Iss Zucker und sprich süß - Zwangsheirat, die sogenannte Familienehre und ihre Opfer
Der Wunsch nach Selbstbestimmung kann auch für Frauen in Deutschland ein Todesurteil sein. So wurden innerhalb nur weniger Wochen Arzu Özmen und Souzan Barakat ganz in unserer Nähe mutmaßlich von ihren Familien im Namen der „Ehre“ brutal ermordet.
Zum Internationaler Frauentag, 8. März lädt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lübbecke zum Film und Diskussionsabend ein: "Iss Zucker und sprich süß - Zwangsheirat, die sogenannte Familienehre und ihre Opfer" um 19.00 Uhr in die Mediothek (Altes Rathaus), Am Markt 3, in Lübbecke. Anschließend gibt es eine Diskussion mit der Filmemacherin Renate Bernhard, die ohne Berührungsängste recherchiert und einfühlsame Gespräche mit den betroffenen Frauen geführt hat, sowie Sekt, Selters und Kanapees. Um Anmeldung wird gebeten.
Filminhalt "Iss Zucker und sprich süß"
Sie sind in Deutschland geboren oder hier aufgewachsen. Doch nicht sie, sondern ihre Eltern suchen ihnen den Ehepartner oder die Ehepartnerin aus. Viele Immigrantenfamilien halten auch nach jahrzehntelangem Leben in Deutschland an den Traditionen ihrer Heimat fest und pflegen dabei einen Werte-Konservatismus, der sich mitunter im Herkunftsland schon überholt hat. Die Kinder der ersten oder zweiten Migrantengeneration, die aufbegehren und sich dem Willen der Großfamilie nicht mehr beugen wollen, haben oft mit schwerer Gegenwehr der Elterngeneration zu kämpfen.
Sultana aus Pakistan, die Importbraut Saniye, Ayse, die ihre Tochter 16-jährig verheiratete, nachdem sie selbst mit 14 nach Deutschland zwangsverheiratet wurde und die Autorin und Aktivistin Fatma Bläser - ihre Lebensgeschichten zeigen, welch zerstörerische Folgen erzwungene Heiraten haben können. Für die, die sich fügen und oft in unglücklichen Ehen leiden. Für die, die flüchten und alle Bindungen kappen müssen. Und für ihre Eltern, die mit den alten Moralvorstellungen nicht brechen können und entweder ihre Kinder oder das Ansehen in ihrer Gemeinschaft verlieren.