Hinweistafel für Selliner Gedenkstätte errichtet
Sellin? Die wenigsten Lübbecker werden den Ortsnamen Sellin kennen, obwohl es seit 1980 an der Bergertorstraße eine Selliner Gedenkstätte gibt und sich die Selliner Heimatfreunde regelmäßig im Andreas-Gemeindehaus getroffen haben. Damit sich das ändert, wurde jetzt vom Bürgermeister Eckhard Witte im Beisein zahlreicher Selliner eine Hinweistafel eingeweiht. Die Anregung dazu kam von Frau Kasten, die die Gedenkstätte bis vor einigen Jahren auch gepflegt hat.
Sellin bei Bärwalde, heute Zielin im nordwestlichen Teil Polens, ist ein ehemals deutscher Ort im Landkreis Köngisberg in der Neumark bei Küstrin. In den Jahren um 1920 kamen viele Deutsche in die Neumark, übernahmen einen landwirtschaftlichen Betrieb oder konnten in ihrem Beruf eine Arbeit finden. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden die deutschen Einwohner vertrieben und Menschen aus den ehemals polnischen Gebieten der Ukraine und Weißrusslands angesiedelt. Viele Selliner Familien hatten ihre Wurzeln im Minden-Lübbecker Land und haben sich deshalb nach dem Krieg auch wieder hier angesiedelt. Der hiesige Gedenkstein führt auf einen großen Zuspruch der Teilnehmer der Selliner Treffen in Bergkirchen und Lübbecke aus den Anfangsjahren zurück. Er ist für sie eine prägende Erinnerung an den Verlust der Heimat und die vielen Toten in Sellin und Umgebung.
Bild: Die Selliner Heimatfreunde mit Bürgermeister Eckhard Witte (3. von links) und Hildegard Kasten (6. von links)