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Datum: 23.07.2018

Handwerk hautnah mit Claudia Tonscheck

Steinmetz-und Bildhauermeisterin Claudia Tonscheck öffnete jetzt ihre Werkstatt für neun Frauen und einen Mann aus Preußisch Oldendorf. Eingeladen zu diesem kleinen Ausflug in die Nachbarkommune hat Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kneller.

Tonscheck begrüßte die Gruppe vor ihrer eigenen Werkstatt „profil“ in Twiehausen an der Hollweder Straße, in der sie seit rund 15 Jahren arbeitet. Am Beispiel einer aktuellen Auftragsarbeit erklärte sie anschaulich, wie Namen aus Blei auf alte Grabsteine hinzugefügt werden. Schnell wird deutlich, wie wertvoll und wichtig es ist, dass dieses Handwerk weiter praktiziert wird. Neue Grabsteine werden von ihr aber auch individuell und einzigartig gestaltet. Um einen Eindruck vom Material zu bekommen durften die Teilnehmerinnen selber Hand anlegen und einen hellgrauen Thüster Kalkstein aus der Nähe von Hameln mit Hammer und Meißel sowie mit einem Drucklufthammer bearbeiten.

Auf die Frage, wie sie darauf gekommen sei, den Beruf der Steinmetzin zu lernen, antwortete Claudia Tonscheck: „Schon in der Schule hatte ich Spaß am räumlichen Denken. Eigentlich wollte ich Restauratorin werden. Das gab es damals aber noch nicht als Ausbildungsberuf. Man musste zunächst ein Handwerk lernen wie Maler, Tischler oder Steinmetz“. Sie hat dann eine Ausbildung beim Bildhauer Peter Medzech in Lübbecke absolviert. Tonscheck betonte, dass es auch als Frau gut möglich sei, diesen Beruf auszuüben: „Wichtiger als Kraft und Muskeln, ist die richtige Technik beim Umgang mit den Werkzeugen, Geduld und Durchhaltevermögen“. Bereut hat die Bildhauermeisterin ihre Berufswahl nie und sie weiß es sehr zu schätzen, ihr Berufsleben selbstbestimmt, aber auch selbstverantwortlich zu gestalten.

Foto: Unter Anleitung von Steinmetzin Claudia Tonscheck (r.), probiert Hannelore Lösche den Umgang mit einem Drucklufthammer.

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