Häusliche Pflege auf mehrere Schultern verteilen
Kreis Minden-Lübbecke, 06.12.2007
Häusliche Pflege auf mehrere Schultern verteilen
Das Tagespflege-Angebot im Kreis Minden-Lübbecke sollte weiter ausgebaut werden. Tagespflege kann viel dazu beitragen, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung leben können. Das wurde bei einer viel beachteten Informationsveranstaltung für pflegende Angehörige und Akteure aus dem Pflegebereich deutlich, zu der die Kommunale Gesundheits- und Pflegekonferenz und das Sozialamt des Kreises Minden-Lübbecke ins Mindener Kreishaus eingeladen hatten.
Nachdem Landrat Dr. Ralf Niermann in seiner Begrüßung insbesondere die Familie als unterstützendes soziales Netz in der pflegerischen Versorgung von Angehörigen hervorhob, erläuterte Altenhilfereferent Udo Winter aus Burgdorf bei Hannover die Bedeutung der Tagespflege. Sie bietet älteren Menschen einen strukturierten Tag, pflegerische Grundversorgung und eine soziale Gemeinschaft. Einrichtungen der Tagespflege tragen als ergänzende Angebote zur Absicherung der häuslichen Pflege dazu bei, dass pflegebedürftige Senioren so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben können.
Insgesamt gesehen decken die vorhandenen Tagespflegeeinrichtungen nicht annähernd den Bedarf älterer pflegebedürftiger Menschen nach dieser Versorgungsform. „Es gibt einfach zu wenige Einrichtungen dieser Art“, so Udo Winter. Wichtig ist, dass sich die Einrichtungen genau auf die Bedürfnisse ihrer Gäste einstellen.
Danach stellte Barbara Gregor von der Leitstelle für ältere Bürger im Main-Kinzig-Kreis das häusliche Betreuungsprojekt „SOwieDAheim“ vor. Dieses Projekt versteht sich als ergänzendes Angebot zur klassischen Tagespflege. Im Rahmen von „SoWieDaheim“ werden ältere Menschen tagsüber in Privathaushalten betreut, die sich freiwillig gemeldet haben. Diese Art der Betreuung beinhaltet alles, was Menschen benötigen, um sich akzeptiert, integriert und normal zu fühlen: Eine kleine Gruppe, ein hoher Betreuungsschlüssel, eine normale häusliche Umgebung, familiäre Gastfreundschaft und gegenseitige Unterstützung.
Der nächste Punkt betrifft die Begleitung durch Fachkräfte. Die Betreuungspersonen und die Gasthaushalte werden sorgfältig ausgewählt, geschult und auf ihren Einsatz vorbereitet: „Wir haben unter anderem ein Handbuch für Betreuungspersonen erarbeitet, in dem die Kompetenzen, Aufgaben und Rollen aller am Projekt beteiligten Personen beschrieben sind. Es soll den Betreuungspersonen als Handlungsleitlinien dienen“, so Barbara Gregor. Die Betreuungspersonen werden auch in der praktischen Arbeit nicht alleine gelassen, sondern durch die Fachkräfte unterstützt und begleitet.
Unter dem Strich ist dieses Projekt im Main-Kinzig-Kreis hervorragend angenommen worden. Die Betreuung in den Haushalten klappt gut. Und was am meisten erfreut: Die Gäste sowie deren Angehörigen sind ausnahmslos zufrieden mit diesem neuen Angebot.
„Mit unserer Veranstaltung wollen wir verstärkte Impulse für die ambulante Betreuung pflegebedürftiger Menschen geben. Es ist deutlich geworden, dass die ambulante Versorgung auf mehrere Schultern verteilt werden muss, um auch in Zukunft tragfähig zu bleiben“, erklären Dr. Christian Adam und Klaus Marschall vom Kreis Minden-Lübbecke.
Die Vorträge und Tagungsunterlagen können im Internet unter www.minden-luebbecke.de , Rubrik Soziales und Gesundheit, Kommunale Gesundheits- und Pflegekonferenz, Downloads heruntergeladen werden.
Ansprechpartner: Dr. Christian Adam, Telefon 0571/807-2288, Fax 0571/807-32880, E-Mail c.adam@minden-luebbecke.de, oder Klaus Marschall, Telefon 0571/807-2287, Fax 0571/807-32870, E-Mail k.marschall@minden-luebbecke.de.