Medizinische Fachangestellte haben sich erfolgreich fortgebildet
Medizinische Fachangestellte aus verschiedenen Arztpraxen haben sich kürzlich im Kreishaus zu dem Themenkomplex „Häusliche Gewalt in der Pflege“ fortgebildet.
Gewalt in der Pflege älterer Menschen leider ist keine Seltenheit. Jedoch schweigen die Opfer und suchen häufig nicht von sich aus Hilfe. Sie sind aber in der Regel auch Patientinnen oder Patienten und kommen daher mit dem Gesundheitswesen in Berührung. Hier bestehen gute Ansätze für Hilfemöglichkeiten, denn medizinische Fachangestellte haben als erste - noch vor dem Arzt oder der Ärztin - Kontakt zu den Patientinnen und Patienten. Sie erleben diese in Situationen (wie zum Beispiel bei Untersuchungen), in denen sich auch schwierige Themen ansprechen lassen.
„Zum ersten Mal bietet der Kreis eine derartige Fortbildung für medizinische Fachangestellte an. Auf diesem Weg soll das Thema aufgegriffen und enttabuisiert werden,“ so Kreisdirektorin Cornelia Schöder bei der Begrüßung. Denn viele betroffene Pflegebedürftige und pflegende Angehörige wenden sich aus Schuldgefühl oder Scham nicht an andere Menschen oder an Hilfeeinrichtungen.
„Es geht nicht darum, Täter anzuklagen oder pflegende Angehörige pauschal zu verdächtigen. Unser oberstes Ziel ist es, möglichen Eskalationen rechtzeitig entgegen zu wirken und häusliche Pflege zu stärken.“ erläutert die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke, Andrea Strulik.
Patentrezepte gibt es aber nicht, jeder Fall muss einzeln betrachtet werden. Vielfach ist es ratsam, einen Fall über längere Zeiträume zu beobachten und nicht überstürzt zu handeln. Zum Beispiel sollte Informationsmaterial so ausgelegt werden, dass Betroffene dieses mitnehmen können, ohne dabei von anderen Personen gesehen zu werden. Den pflegenden Angehörigen sollten ebenfalls Entlastungsmöglichkeiten angeboten werden. Grundsätzlich sollen nur mit dem Einverständnis der Betroffenen weitere Schritte eingeleitet werden.
Die Fortbildung wurde von der Gleichstellungsbeauftragten, Andrea Strulik, und dem Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange des Kreises Minden-Lübbecke, Klaus Marschall, durchgeführt. Sie stehen für weitere Fragen gern zur Verfügung.
Kontakt:
Andrea Strulik Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke0571 807-21620 a.strulik@minden-luebbecke.de
Klaus MarschallKoordinator für Behinderten- und Seniorenbelange des Kreises Minden-Lübbecke 0571 807-22870 k.marschall@minden-luebbecke.de .