Gute Wetterbedingungen für Krötenwanderungen - Unterstützung erwünscht
Optimale Wetterbedingungen animieren die Amphibien ihre Winterquartiere zu verlassen und sich auf den Weg zu begeben. Regen und Temperaturen über plus 5°C sind für die ausgewachsenen Frosch- und Schwanzlurche ein Signal zum Aufbruch zu den Gewässern, in denen sie als Kaulquappen ehemals aufgewachsen sind.
Dort legen sie ihre Eier im Gewässer ab. Ihr Weg dorthin führt aber regelmäßig über Straßen, die für die langsamen Tiere zur tödlichen Herausforderung werden können. Grundsätzlich sind die Tiere an jeder Straße zu finden, doch es gibt besonders stark bewanderte Straßenbereiche, in denen jedes Jahr tausende Tiere von einer zur anderen Seite wechseln müssen.
Für diese bekannten, für die Kröten lebensgefährlichen Überquerungsstellen trifft das Umweltamt frühzeitig Maßnahmen, um so viele Tiere wie möglich zu retten und sie auf ihrem Weg zu den Laichgewässern zu unterstützen. An vielen Straßenbereichen im Kreisgebiet werden von Kreis und Kommunen sogenannte Amphibienschutzzäune aufgestellt. Dies sind ca. 50 cm hohe Schutznetze, die die Amphibien daran hindern, auf die Straße zu wandern. So werden sie gezwungen entlang des Zaunes zu wandern, wobei sie schließlich in ebenerdig eingegrabene Eimer fallen. Die Tiere werden hier schließlich von fleißigen Helfer*innen, den „Krötentaxis“ aus den ungefährlichen Fallgruben gesammelt und über die Straße getragen.
Auch dieses Jahr haben die Straßenmeistereien des Kreises und des Landesbetriebes Straßen NRW sowie die Städte Minden, Porta Westfalica, Lübbecke, Espelkamp und Preußisch Oldendorf 36 Zäune in einer Gesamtlänge von 19 Kilometern an vielen Hotspots der Amphibienwanderung aufgestellt, die wiederum von 130 ehrenamtlichen Krötentaxis kontrolliert werden. Außerdem wurden vier Straßen für die Zeit der Wanderung gesperrt.
Der Kreis hat dieses Jahr insgesamt sieben Zäune aufgestellt, wobei der Zaun an der K10 in einem letzten Bereich noch in den kommenden Tagen fertiggestellt wird.
Die ersten Erfolge konnten schon vermeldet werden. So sind am Zaun an der B61 beim Gut Wedigenstein/Freiherr-von-Stein-Straße in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar schon über 100 Tiere am Zaun gerettet worden. Auch an der Fritz-Helmut-Allee, Espelkamp wurden vom 9.2. bis 16.2. schon 190 Erdkröten, 43 Teichmolche, drei Kammmolche und zwei Grasfrösche - also insgesamt 238 Tiere gerettet.
Potentiell gibt es noch weitere Straßen im Kreisgebiet, an denen Amphibien in ihrer Wanderung durch Zäune unterstützt werden könnten. Der Erfolg eines Zaunes ist jedoch immer von der Verfügbarkeit der ehrenamtlichen Krötentaxis abhängig, ohne die die Fangeimer sonst zur unüberwindbaren Fallgrube für die Tiere würden.
Die Koordination des Aufbaus und des Einsatzes der ehrenamtlichen Helfer*innen wird weiterhin durch die Biologische Station Minden-Lübbecke geleistet. Bis Mitte April werden durch diese Initiative im Kreisgebiet 20.000 bis 40.000 Tiere über die Straßen chauffiert. Neue Unterstützer*innen sind hier immer herzlich willkommen bei gutem wie schlechtem Wetter einen Beitrag zum Schutz unserer Kröten, Frösche und Molche zu leisten. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Gaby Potabgy in der Biologischen Station Minden-Lübbecke, Tel.: 0 57 04 1 67 76 85 oder 0 57 04 1 67 76 80, E-Mail: g.potabgy@biostation-ml.de