Gesundheitsamt für Testnormierung ausgewählt
Das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke nimmt mit seinem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst an der Weiterentwicklung und Normierung eines Intelligenz- und Entwicklungstestes der Universität Basel teil.
Seit 2009 gibt es als erstes Testverfahren im deutschsprachigen Raum den intelligence-and-development-scales (IDS). Dieser erlaubt eine differenzierte Intelligenz- und Entwicklungsprofilanalyse für den Zeitraum der Einschulung und der ersten Schuljahre im Altersbereich von fünf bis zehn Jahren und wird im Gesundheitsamt für die Entwicklungsdiagnostik genutzt.
Inzwischen wurde durch die Fakultät Psychologie der Universität Basel eine Weiterentwicklung durchgeführt, die eine Einschätzung von Intelligenz und Intelligenzanwendung und von weitergehenden sozioemotionalen Kompetenzen sowie Basisfähigkeiten wie Lesen, Rechnen, logisch-mathematisches Denken und Arbeitshaltung ermöglicht. Im Rahmen dieser Weiterentwicklung sind in Deutschland verschiedene Institutionen für die Testnormierung ausgewählt worden, neben Universitäten wie die Universität Gera auch das Gesundheitsamt. Hierzu besuchte Projektleiterin PhD Frau Priska Hagmann-von-Arx von der Universität Basel den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst.
Da in großen Studien belegt werden konnte, dass sich die Intelligenz von Kindern ständig verändert, ist der Einsatz aktuell gültiger Testverfahren und aktueller Normen notwendig, um wirklich qualitätsgesichert und fachspezifisch Kinder untersuchen zu können. Mit den so gewonnenen Informationen wird unter anderem der Frage nachgegangen, ob der Umgang mit modernen Medien und die körperliche Aktivität von Bedeutung für die Entwicklung von verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Kognition, Motorik und Sprache sind, und inwieweit das Selbstkonzept und die Motivation dabei eine Rolle spielen.
Dr. Peter Witte, Leiter des Gesundheitsamtes: „Für das Gesundheitsamt ist es eine besondere Auszeichnung, mit den Fachärztinnen für Kinder- und Jugendmedizin für dieses Projekt ausgewählt worden zu sein. Es zeigt auch die Reputation, die sich das Gesundheitsamt in den vergangenen Jahren erworben hat durch verschiedenste innovative Projekte.“
Das Gesundheitsamt war in der Vergangenheit wesentlich beteiligt an der Entwicklung der Einschulungsuntersuchungen nach dem SOPESS-Verfahren, welches von Gesundheitsämtern zusammen mit der Universität Bremen entwickelt wurde. Dieses Testverfahren wird inzwischen flächendeckend in Nordrhein-Westfalen für Einschulungsuntersuchungen verwendet.
Foto: Psychologin Priska Hagmann-von-Arx (2. v.l.) sowie die Ärztinnen des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes und der Leiter des Gesundheitsamtes, Herr Dr. Peter Witte.
Foto: Mirjana Lenz/Kreis Minden-Lübbecke