Gesundheitsamt erinnert an Grippe-Schutzimpfung
Kreis Minden-Lübbecke, 19.09.2007
Gesundheitsamt erinnert an Grippe-Schutzimpfung
Jedes Jahr spätestens im Winter hält die Influenza, also die „echte Grippe“, Einzug in den Mühlenkreis. „Vor allem gefährdete Menschen sollten sich gegen das aktuelle Grippevirus vorbeugend impfen lassen“, rät Dr. Peter Witte, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Minden-Lübbecke.
Diese Impfempfehlung richtet sich besonders an Menschen mit chronischen Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus und anderen Stoffwechselerkrankungen, chronischen Anämien sowie angeborenen und erworbenen Immunschwächen. „Eltern sollten daran denken, dass auch Kinder und Jugendliche mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis zu den Risikogruppen gehören“, betont Dr. Witte.
Darüber hinaus empfiehlt das Kreisgesundheitsamt die Grippe-Schutzimpfung allen über 60-Jährigen und ausdrücklich den Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, weil deren Risiko besonders hoch ist. Die Impfempfehlung gilt auch allen Menschen, die im Beruf einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt sind oder die eine Infektion auf andere übertragen können, zum Beispiel Kranken- und Altenpflegepersonal, Ärzte, Arzthelferinnen oder Apothekenmitarbeiter.
Die sehr gut verträgliche Impfung sollte möglichst jedes Jahr in der Zeit von September bis November durchgeführt werden. „Sie ist jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich und sinnvoll, da der Impfschutz bereits 7 bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt ist“, erklärt Dr. Witte. Der nach einer Impfung gebildete Schutz ist mindestens 6 bis 12 Monate wirksam.
Wissenswertes zum Krankheitsbild Influenzagrippe
Influenzaviren (A und B) treten meist im Winterhalbjahr auf. Eine Grippe oder Influenza ist eine akut auftretende, fieberhafte, durch bestimmte Viren hervorgerufene Infektionskrankheit. Im Gegensatz zum grippalen Infekt, einer Erkältungskrankheit, handelt es sich bei der Grippe um eine ernste Erkrankung, die häufig mit Komplikationen verbunden ist und sogar zum Tod führen kann.
Die Zeit von der Ansteckung bis zu Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt zirka einen bis drei Tage. Eine Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits kurz vor Auftreten der Symptome und dauert zirka drei bis sieben Tage. Die Erkrankung verläuft sehr unterschiedlich, von symptomarmen bis zu schweren Verläufen mit tödlichem Ausgang.
Meist beginnt die Erkrankung mit plötzlich auftretendem hohem Fieber über 39 Grad. Weitere Symptome sind: Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und trockener Reizhusten. Mitunter kann es auch zu Lungen-, Gehirn oder Herzmuskelentzündungen kommen.
Während einer gewöhnlichen Grippesaison rechnet man in Deutschland mit mindestens 5.000 bis 8.000 Todesfällen. Die Grippe tritt saisonal in Epidemien auf, das heißt gehäuft zu einer bestimmten Zeit an bestimmten Orten. In größeren Zeitabständen von mehreren Jahren bis Jahrzehnten werden weltweite Ausbreitungen, so genannte Pandemien, beobachtet.
Die schwerste bekannte Pandemie war die von Spanien ausgehende Spanische Grippe von 1918/1919. Damals erkrankten weltweit etwa 500 Millionen Menschen. Man nimmt an, dass etwa 22 Millionen Menschen an der Grippe verstarben. Die nächste verheerende Pandemie nahm 1957 ihren Ausgang in Asien (Asiatische Grippe). Die Hongkong-Grippe (1968/1969) forderte zusammen mit der Russischen Grippe von 1977 etwa 1,5 Millionen Tote (Zahlen nach Weltgesundheitsorganisation WHO). Die letzte größere Pandemie wurde 1989 in Großbritannien und Frankreich beobachtet.