Gesundheitsamt des Kreises informiert zur Grippeaktivität
Minden-Lübbecke, 09.02.2010
Gesundheitsamt des Kreises informiert zur Grippeaktivität
Einen ungewöhnlichen Verlauf nimmt in diesem Jahr die Grippeaktivität in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza und das Robert-Koch-Institut messen wöchentlich die Aktivität an Grippeerkrankungen in Deutschland. In der Regel ist die höchste Grippeaktivität im Januar und Februar festzustellen. Jeweils zeigt sich in der Regel eine Verdoppelung (2007/2008) oder sogar Verdreifachung (2008/2009) der Zahl von akuten Atemwegerkrankungen.
"Im Jahre 2009/2010 haben wir ein völlig anderes Bild," erklärt Dr. Peter Witte, Leiter des Gesundheitamts im Kreis Minden-Lübbecke. Bereits im Oktober und November 2009 gab es eine Verdoppelung der akuten Atemwegserkrankungen gegenüber dem Normalbereich, während seit der ersten Januarwoche die Aktivität jetzt nicht mehr erhöht ist. Dies bedeutet, dass aktuell, wenn normalerweise die Grippesaison ihre Hochphase hat, die Erkrankungszahlen so niedrig wie zur Sommerzeit sind. Von den untersuchten Proben im nationalen Referenzzentrum sind jetzt durchschnittlich 15 Prozent mit dem Nachweis eines Influenzavirus. Hierbei wird gegenwärtig ausschließlich die Neue Grippe AH1N1 (Schweinegrippe) nachgewiesen. Wie nach den Daten der Südhalbkugel erwartet worden war, hat die Schweinegrippe auch hier die sonstigen Influenzaviren vollständig verdrängt. Als weiteres wichtiges Merkmal der Schweinegrippe zeigt sich, dass sie ihre Höhepunkte im Sommer und Herbst und eben gerade nicht in der Wintersaison wie sonstige Influenzaviren hat.
Seit Dezember 2009 fordert das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke keine weiteren Impfstoffe an. Für die noch notwendigen einzelnen Nachimpfungen sind noch Restbestände in den Apotheken vorhanden.
Wie dargelegt ist gegenwärtig eigentlich Hochsaison für Influenza. Alle nachgewiesenen Influenzaviren sind gegenwärtig Influenzaviren Typ AH1N1. Daher ist nicht auszuschließen, dass es noch zu vermehrten Erkrankungen an Schweinegrippe in den nächsten Wochen kommen kann.