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Gemeinsam gegen multiresistente Krankheitserreger

Kreis Minden-Lübbecke, 8.12.2010


Gemeinsam gegen multiresistente Krankheitserreger
Mühlenkreis engagiert sich im OWL-weiten Netzwerk

Krankheitserreger, die auf Antibiotika nicht mehr reagieren, sind der große Schrecken für Ärzte und Patienten. Mit vereinten Kräften wollen deshalb die Gesundheitsämter der sieben Kreise in Ostwestfalen-Lippe gemeinsam mit der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld Wege finden, die Situation an den Krankenhäusern zu verbessern. Dazu haben sie das Netzwerk „mrsa-owl.net“ ins Leben gerufen.

„Wir stehen vor der Problematik, dass immer mehr Krankheitserreger auftauchen, gegen die die gebräuchlichen Antibiotika unwirksam geworden sind“, verdeutlicht Dr. Peter Witte, Leitender Medizinaldirektor des Kreises Minden-Lübbecke und Sprecher des Netzwerks, die Situation. „Die Behandlung von Patienten mit schweren Infektionserkrankungen wird dadurch erheblich erschwert.“ Trotz der intensiven Bemühungen, die weltweit zur Eindämmung von Resistenzen unternommen werden, sei mit einem weiteren Anstieg von resistenten Krankheitserregern in den kommenden Jahren zu rechnen.

Deshalb haben sich die sieben Gesundheitsämter in Ostwestfalen-Lippe im April letzten Jahres dazu entschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Die Stadt Bielefeld sowie die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn stellen entsprechende Mittel zur Verfügung, um auf die Herausforderungen reagieren zu können. Als weiterer Partner wurde die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld gewonnen. Deren Dekanin, Professorin Dr. med. Claudia Hornberg, hat die wissenschaftliche Begleitung und die Leitung des Projektes übernommen.

Die bisher durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen sind auf große Resonanz getroffen. „Das zeigt uns, dass das medizinische Fachpersonal in der Region sensibilisiert ist und den hohen Stellenwert der Prävention erkannt hat“, sieht Professorin Hornberg die bisherige Ausrichtung der Aktivitäten bestätigt. Vor allem die konsequente Umsetzung hygienischer Maßnahmen wird dabei immer wieder in den Fokus gestellt. „So profan es auch klingen mag“, erläutert sie, „die effektivste Maßnahme im Schutz gegen die Übertragung von Keimen bleibt das regelmäßige Händewaschen!“

Aber auch eine vernünftige und sparsame Verordnung von Antibiotika sei sehr wichtig für die Bekämpfung der Resistenzentwicklung ist. „Antibiotika sollten so gezielt und sparsam wie möglich eingesetzt werden“, gibt sie den Rat, dem Wunsch vieler Patienten auch einmal zu widersprechen, leichte Infektionen mit Antibiotika zu behandeln. Stattdessen sollte die Ärzte ihre Patienten besser über die damit verbundenen Risiken informieren. Dieses Vorgehen sei für alle Patienten, die bei schweren und lebensbedrohlichen Infektionserkrankungen auf eine schnell wirksame Behandlung angewiesen sind, von großem, ja vielleicht lebensrettendem Nutzen.

Wichtigstes Standbein für das Netzwerk ist der eigene Internetauftritt, der kontinuierlich am Bedarf der Nutzer weiterentwickelt wird. Unter der Adresse „www.mrsa-owl.net“ werden umfassende Informationen und allgemeine Empfehlungen für unterschiedliche Einrichtungen, Fachpersonal und die Öffentlichkeit ebenso angeboten wie die beliebte Rubrik „Häufig gestellte Fragen“ und ein Downloadbereich. Gleichzeitig dient der Auftritt als Plattform zum Austausch unter den Akteuren. Insgesamt zieht Dr. Peter Witte für das Netzwerk ein positives Fazit: „Die intensive Diskussion des Problems und die bisherigen erfolgreich durchgeführten Maßnahmen und Veranstaltungen machen das große Engagement in unserer Region deutlich, die Versorgung der Kranken und den Schutz von Patienten weiter zu verbessern.“

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