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Gefährliche Krankheiten vermeiden

Minden-Lübbecke, 08.03.2007

Gefährliche Krankheiten vermeiden
Kreisgesundheitsamt informiert Erzieher und Hebammen über Impfschutz

Über 70 ErzieherInnen und Hebammen aus dem Kreis Minden-Lübbecke haben die Informationsveranstaltung des Kreisgesundheitsamtes zum Thema Impfschutz besucht. ErzieherInnen und Hebammen können viel tun, um die Eltern besser zu informieren. „Diese Berufsgruppen sind für uns ganz wichtige Multiplikatoren, die wir mit dieser Veranstaltung einmal ganz persönlich angesprochen haben", so Dr. Christian Adam vom Kreis Minden-Lübbecke. Bei der Aufnahme in den Kindergarten können zum Beispiel Eltern darauf hingewiesen werden, wie wichtig Schutzimpfungen, Vorsorgeuntersuchungen und das Führen eines Impfpasses sind.

Dr. Sabine Klewe, Dr. Peter Witte, Dr. Susanne Hosse, Dr. Christian Adam (alle Kreisgesundheitsamt) sowie Dirk Krämer (Werksarztzentrum Minden) referierten rund um das Thema Schutzimpfungen.

Gerade der Kindergarten ist ein Ort, an dem Kinder häufig gefährlichen Krankheitserregern ausgesetzt sind. Dazu Dr. Susanne Hosse: „Bei einem schweren Verlauf der Masern ist besonders die Hirnhautentzündung als gefährliche Komplikation gefürchtet. Jedes tausendste Kind mit Masern erleidet solch eine Hirnhautentzündung, die für die Betroffenen tödlich enden kann." 30 Prozent der betroffenen Kinder sterben an einer Hirnhautentzündung, weitere 20 Prozent tragen Dauerschäden bis hin zu einer geistigen Behinderung davon. Weitere Komplikationen sind Fieberkrämpfe (5 von 1.000 Kindern) sowie Mittelohr- und Lungenentzündungen (6 von 1.000 Kindern).

Nebenwirkungen von Impfungen beschränken sich demgegenüber auf die normale Reaktion des Organismus mit dem Impfstoff. In Einzelfällen kann es zu leichtem Fieber kommen. Komplikationen sind extrem selten. Das Risiko, nach einer Masernimpfung eine Gehirnentzündung zu erleiden, ist zum Beispiel geringer als 1 zu einer Million. „Es gibt zum Impfen keine Alternative", so die Veranstalter einstimmig.

Das Thema Impfschutz ist gerade vor dem Hintergrund des Masernausbruchs 2006 im Rheingebiet von Bedeutung. „In der Regel können Ausbrüche dort erwartet werden, wo die Durchimpfungsraten gering sind. Im Landkreis Coburg gab es 2002 einen Masernausbruch mit 1.191 Erkrankten. Davon waren zirka 10 Prozent so schwer erkrankt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Durchimpfungsrate betrug nur rund 77 Prozent für zwei durchgeführte Masernimpfungen. Hierdurch wurde die Weiterverbreitung möglich. Unser Ziel sind aber 95 Prozent", erläutert Dr. Peter Witte vom Kreisgesundheitsamt.

Um die Impfraten zu erhöhen, führt das Kreisgesundheitsamt jährliche Maßnahmen zum Impfschutz durch. Neben den jährlichen Impfaktionen mit dem Impfmobil zusammen mit den niedergelassenen Ärzten und Kinderärzten berät das Kreisgesundheitsamt die Bürgerinnen und Bürger, verteilt Informationsmaterial und überprüft Impfpässe. Infomaterial in türkischer und russischer Sprache stellt sicher, dass sich auch Eltern mit Migrationshintergrund genau informieren können.

Ein Vortrag von Dirk Krämer vom Werksarztzentrum Minden zum Arbeitsschutz von ErzieherInnen und Hebammen rundete die Veranstaltung ab. Alle Teilnehmer bekamen eine CD-ROM mit wichtigen Informationen zum Thema. Vorträge und Impfempfehlung können auch im Internet unter www.minden-luebbecke.de auf den Seiten der Kommunalen Gesundheits- und Pflegekonferenz und nach Anklicken von Downloads/Gesundheit heruntergeladen werden.

Weitere Fragen beantwortet Dr. Christian Adam im Kreisgesundheitsamt, Telefon 0571/807-2288, E-Mail c.adam@minden-luebbecke.de <mailto:c.adam@minden-luebbecke.de>.

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