Gedenken an Zwangsarbeiter im Lufttanklager in Preußisch Oldendorf
Am 22. Juni 2026 wurde eine Gedenktafel am Jugendtreff der Stadt Preußisch Oldendorf offiziell eingeweiht, die an das Schicksal der der sowjetischen Zwangsarbeitenden erinnert.
Mit dem Überfall auf die Sowjetunion begann die systematische Verschleppung von Menschen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und arbeiten mussten. Mindestens 13 Männer kamen dabei nachweislich in Preußisch Oldendorf ums Leben. Auf Initiative von Dieter Manthey und Joachim Wieck, die auf das Leid der Zwangsarbeit im Lufttanklager in Preußisch Oldendorf durch eine noch lebende Augenzeugin aufmerksam gemacht wurden. Im Gespräch mit Bürgermeister Marko Steiner wurde schnell der städtische Jugendtreff, der am ehemaligen Eingang des Luftschutztanklagers liegt, ausgewählt. In Zusammenarbeit mit Stadtheimatpfleger Sebastian Schröder und durch die Firma Kleine-Weber PRINT & Design umgesetzt. Neben dem Text wurde durch die Stemweder Firma SCORTEX TECHNOLOGIES eine App eingebunden, über die weitere Informationen abrufbar sind. Der 85. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion wurde ganz bewusst für die Einweihung ausgewählt. In seiner Begrüßung hob Bürgermeister Marko Steiner die große Bedeutung der Erinnerungskultur an das verübte Unrecht des NS-Regimes und die Aufarbeitung hier vor Ort hervor. Der Schutz der Menschenwürde eines jeden Menschen hat nichts an Aktualität verloren und wurde mit dem eindringlichen Appell „Nie wieder ist jetzt“ unterstrichen.
Im Anschluss ging Initiator Dieter Manthey auf seine Beweggründe zu der Gedenktafel ein und dankte allen Beteiligten für die Unterstützung bei der Umsetzung. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Sekundarschule nannten die bekannten Namen der Opfer und die offizielle Todesursache. Zum äußeren Zeichen legten sie für jedes Opfer eine Blume an der Gedenkstelle nieder. Abschließend skizzierte Stadtheimatpfleger Sebastian Schröder sehr anschaulich am Beispiel seines Urgroßvaters das Los und den Einsatz von Zwangsarbeitenden in Preußisch Oldendorf.
Im anschließenden Austausch waren sich alle einig, dass mit der lebendigen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Grundstein für eine freie und friedliche Zukunft gelegt wird.
Foto von links nach rechts: Sebastian Schröder, Joachim Wieck, Marko Steiner, Dieter Manthey und Dieter Besserer