Inhalt

Fortbildungsveranstaltung »Multiresistente Erreger«

Minden-Lübbecke, 30.04.2010


Fortbildungsveranstaltung „Multiresistente Erreger“ im Kreishaus in Minden


Multiresistente Erreger sind Bakterien, die gegen verschiedene Antibiotika widerstandsfähig sind und nur noch auf wenige oder gar keine Antibiotika ansprechen. Die Behandlung dieser Patienten gestaltet sich oft schwierig und langwierig oder bleibt erfolglos. Große Resonanz fand eine Fortbildungsveranstaltung mit dem Thema „Multiresistente Erreger“, die das Gesundheitsamt im Kreishaus in Minden durchführte. Gekommen waren niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, leitende Ärzte aus den Krankenhäusern, Hygienefachkräfte und Pflegepersonal, auch aus dem angrenzenden Niedersachsen.

2009 haben die ostwestfälischen Gesundheitsämter zusammen mit der Fakultät Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld ein Netzwerk zum Kampf gegen diese „multiresistenten Erreger“ gebildet. Hierzu gehört auch die Fortbildungsveranstaltung im Kreishaus, die sukzessive in allen Kreisen durchgeführt wird.

„Das Netzwerk gegen multiresistente Erreger ist ein exzellentes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit zur Verbesserung der Qualität im Gesundheitswesen, aber auch zur Einsparung knapper werdender Finanzmittel,“ sagte Landrat Dr. Ralf Niermann zu Beginn der Veranstaltung. Er betonte sein großes Interesse an einer wirkungsvollen Bekämpfung dieser multiresistenten Erreger durch gemeinsames Vorgehen aller Akteure im Gesundheitswesen zusammen mit den Gesundheitsämtern in Ostwestfalen.

Dr. Frank Kipp vom Kreiskrankenhaus Gifhorn berichtete über die Entstehung dieser Resistenzen. Ursächlich sind falsche und zu häufige Antibiotika-Anwendungen. So stellte Dr. Kipp fest: „80 Prozent aller Atemwegsinfektionen im ambulanten Bereich sind durch Viren verursacht und sprechen nicht auf Antibiotika an.“ Dennoch werden diese oft und unnötig mit Antibiotika behandelt. Prof. Dr. Claudia Hornberg von der Universität Bielefeld zeigte auf, dass Deutschland bei den Resistenzen in Europa im Mittelfeld liege. „Dänemark und Holland konnten durch striktes Antibiotika-Management und Hygienemaßnahmen die Antibiotika-Resistenzen deutlich zurückdrängen.“ An die Vorträge schloss sich eine rege Diskussion an, die zeigte, wie vielschichtig und problematisch in der täglichen Arbeit der Umgang mit Antibiotika und Resistenzen für die Ärztinnen und Ärzte ist. Informationen zu multiresistenten Erregern findet man im Internet unter: www.mrsa-owl.net

nach oben zurück