Fachtagung der Betreuungsbehörde zum Messie-Syndrom
Die Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Das Messie-Syndrom - Symptome, Ursachen, Behandlung“ fand am 1. Juni 2016 im Kreishaus statt und richtete sich an Fachkräfte im Betreuungswesen und besonders an selbständige Berufsbetreuerinnen und -betreuer, hauptberufliche Vereinsbetreuerinnen und -betreuer sowie Fachleute aus den Bereichen Justiz, Medizin, Pflege und Verwaltung, deren Aufgaben sich mit dem Betreuungswesen überschneiden.
Die Betreuerinnen und Betreuer haben sehr vielfältige Aufgaben. Sie treffen Entscheidungen für dritte Personen, die dazu nicht mehr in der Lage sind. Da sie nicht immer wissen können, wie die betreute Person in der betreffenden Situation selbst entschieden hätte, müssen sie ein Gefühl dafür entwickeln und nach ihrem besten Wissen und Gewissen handeln. Dieser Personenkreis trägt eine große Verantwortung. Deshalb sind Fortbildungen und Austausch dieser Art von großer Bedeutung.
Der Begriff „Messie“ kommt von Sandra Felton der USA, sie ist eine Frau mit Messie-Syndrom und mit viel Sinn für Humor. Sandra Felton leitete den Begriff von dem Wort „mess“ ab. Im Englischen bedeutet das Wort: Unordnung, Dreck oder Chaos. Der Begriff Messie-Syndrom steht für schwerwiegende Defizite in der Fähigkeit, die Wohnung ordentlich zu halten und den Alltag zu organisieren. Bei den betroffenen Menschen liegt eine Desorganisationsproblematik vor.
Ursachen können beispielsweise Bindungsstörungen sein, Auslöser können Überforderungssituationen, Folgen von Schicksalsschlägen oder Traumata und psychische Erkrankungen. Das Messie-Syndrom baut sich in der Regel über Jahre auf, insofern braucht es viel Zeit und Geduld, um es wieder abzubauen. Aufforderungen „einfach mal aufzuräumen“ helfen nicht. Zum Messie-Syndrom gehört oft auch ein gewisser Hang zu Perfektionismus (Zeitungen müssen beispielweise genau übereinanderliegen). Insofern ist es ein Fehler, diese „Ordnung“ durcheinander zu bringen.
Mit rund 85 Personen war die Tagung sehr gut besucht. Die Referentin, Frau Maike Kleber, gestaltete die Veranstaltung kompetent, sehr erfrischend, kurzweilig, sie brachte gute Fallbeispiele ein, ging auf die Fragen der Teilnehmenden ein. Eine Teilnehmerin berichtete: „Die Fortbildung hat mich nicht nur fachlich weitergebracht, sondern hat auch sehr viel Spaß gemacht.“
Foto: links unten: Referentin, Maike Kleber, Ilona Walter, Landrat Dr. Ralf Niermann, 2. Reihe: Leiter der Betreuungsbehörde Hans-Ulrich Kehnen, Elisabeth Steiman, Jugendamtsleiter Helmut Poggemöller, Karin Lohkamp, 3. Reihe: Katja Mehwald, Christina Tiemann, Andrea Kruse, Wilhelm Rohlfing
Foto: Mirjana Lenz/Kreis Minden-Lübbecke