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Datum: 19.02.2013

Fachleute fordern Mut und Entschlossenheit zum Handeln - Demografischer Wandel betrifft alle - konkrete Lösungen gesucht

Der demografische Wandel betrifft alle Bürgerinnen und Bürger und seine Auswirkungen sind bereits spürbar. Das machte die Referentin Kerstin Schmidt unmissverständlich am ersten Workshopwochenende in der Preußisch Oldendorfer Aula klar. Sie appellierte an die ca. 100 Zuhörer und Workshopteilnehmer, die Zukunft zu gestalten.

Die dazugehörigen Pläne, so machte die Referentin und Inhaberin der Firma „demographie lokal“ aus Minden deutlich, müssen über die bisherigen Vorstellungen hinausgehen. Gerade weil das allgemeine Verständnis zu diesem viel diskutierten Thema bei den Punkten Städteplanung und Seniorenheim im Bewusstsein der meisten Menschen aufhört, ist hier dringend Aufklärung erforderlich. „Der Wandel betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche und lässt sich sicherlich nicht auf den Themenkomplex seniorengereichtes Bauen reduzieren“, erläuterte die Fachfrau und machte in Ihrem Impulsvortrag deutlich, dass Immobilienbesitzer, Arbeitgeber, Handwerker, Versicherungsgesellschaften, Dienstleister, Vereine und Organisationen alle gleichermaßen von den Veränderungen betroffen sind. Bunter, älter, weniger – das waren die Schlagworte anhand derer Kerstin Schmidt verschiedene Szenarien aufzeichnete und konkrete Zahlen für die Stadt Preußisch Oldendorf präsentierte.

Wo stehen wir und welche Handlungsbedarfe gibt es, um die Folgen der sich verändernden Altersstrukturen positiv zu beeinflussen? Diese und andere Fragestellungen standen im Zentrum des 90 – minütigen Referats und der anschließenden Fragestunden.  Ihr persönliches Fazit für Preußisch Oldendorf: Die Stadt verliert künftig ca. 100 Einwohner pro Jahr und das mit steigender Tendenz.  Ein Blick auf die Altersgruppen macht ein zusätzliches Problem deutlich. Hier zeigt sich, das es insbesondere der Anteil der unter 18-jährigen sowie die Gruppe der 30 bis 39 –jährigen ist, die abwandert. Daraus ergibt sich, dass insbesondere die Gruppe der über 65-jährigen und über 80-jährigen auf lange Sicht überproportional präsent sein wird. „Die Kernfrage für diese Stadt lautet also: Was kann Preußisch Oldendorf tun, um gerade diese Gruppe zu halten?“, fasste die Referentin das komplexe Zahlenwerk zusammen. Und:  Ist Preußisch Oldendorf auf diesen deutlichen Wandel eingestellt? Wie kann die örtliche Gemeinschaft auf den zunehmenden Wandel familiärer Strukturen reagieren? 

In dem anschließenden Workshop wurden u. a. die Herausforderungen für die nächsten zehn Jahre erarbeitet. Die Gruppen orientierten sich dabei an den Handlungsfeldern Wirtschaft und Arbeiten, Mobilität und Nahversorgung, Bildung und Weiterbildung sowie Wohnen/ Wohnumfeld und Dorfgemeinschaften. Im Detail  ging es beispielsweise um verbesserte Rahmenbedingungen in den Bereichen Wohnen, Schule und Freizeit, die die Altersgruppe der 25 bis 40 –jährigen am Standort Preußisch Oldendorf halten soll. Auch die Entwicklung von Profilen und Schwerpunkten für jeden Ortsteil wurde diskutiert sowie  die Wichtigkeit spezifischer Maßnahmen zur Integration der Menschen mit Migrationshintergrund. Insbesondere die Ideenvielfalt des ersten Workshoptages machte deutlich: Da geht was. Was genau, mit welchem Ziel und mit welchen personellen Kapazitäten – das soll nun im zweiten Schritt am 23. Februar festgelegt werden.  Am Ende soll es dann einen konkreten Maßnahmenplan für die vier Handlungsfelder geben.

Für Rückfragen, Anregungen und Ideen steht Andrea Kneller, Gleichstellungsbeauftragte unter der Telefonnummer 05742/ 931138 zu Verfügung.

 

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