Espelkamps Offensive gegen Gewalt an Frauen
Espelkamp. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen traf sich die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Espelkamp Kerstin Ramm mit Sabrina Stork aus dem Hexenhaus, die dort für die Frauenberatungsstelle und das Frauenhaus zuständig ist.
Auch der neue Bürgermeister Dr. Henning Vieker nahm an diesem Termin teil, um mehr über die Unterstützungsmöglichkeiten der Hilfesuchenden vor Ort zu erfahren.
Die Brötchentütenaktion der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Minden-Lübbecke und der Soroptimistinnen wurde vorgestellt, die zum Aktionstag und darüber hinaus in den teilnehmenden Bäckereien in Espelkamp verteilt werden. Die Bäckereien Schmidt, Landbäckerei Niemeyer, Kölling, Röbelt und die Tafel Lübbecker Land geben im Aktionszeitraum ihre Brotwaren in den Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ aus. Auch die Notrufnummer 08000 116 016 des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ ist dort abgedruckt. Diese Nummer ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Bei Bedarf kann die Beratung auch in 17 Fremdsprachen sowie in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache erfolgen. „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie müssen Betroffene von Gewalt wissen, dass sie nicht allein sind und jederzeit Hilfe und Unterstützung erfahren können“, so die Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Ramm.
„In Espelkamp haben wir aber auch eine Adresse vor Ort, die auch zu Corona-Zeiten Hilfesuchenden zur Seite steht“, sagt Sabrina Stork vom Hexenhaus - Hilfe für Menschen in Krisensituationen e.V.:
„Auch wenn das Hexenhaus in Espelkamp sich jeden Tag für gewaltbetroffene Frauen mit und ohne Kinder einsetzt, ist der jährliche internationale Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ dennoch ein besonderer Anlass.
Dieser Tag lädt dazu ein, im wahrsten Sinne des Wortes „Flagge“ zu zeigen und sich auch öffentlich gegen Gewalt an Frauen zu positionieren. Als Kompetenzzentrum gegen häusliche Gewalt begrüßen wir es, dass das Thema anlässlich der Corona-Pandemie in diesem Jahr verstärkt in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt ist. Die Sensibilisierung und Information der Bevölkerung, von Freund*innen, Familienmitgliedern, Arbeitskolleg*innen und Nachbar*innen ist essentiell für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Noch viel zu häufig herrscht ein großes Schamgefühl, sich als Betroffene Hilfe zu holen und sich anzuvertrauen. Ein aufmerksames Umfeld, dass das Thema häusliche Gewalt aus der Tabu-Zone holt, kann ein wichtiger Anstoß für die Frauen sein, einen Weg aus der Gewaltspirale zu finden“.
In Zeiten des Lockdowns werde gewaltbetroffenen Frauen der Zugang zu Hilfsangeboten oft zusätzlich erschwert, da wichtige soziale Netzwerke weggebrochen oder stark eingeschränkt seien. Auch herrsche durch Kontaktbeschränkungen und Kurzarbeit unter Umständen eine noch engere Nähe zum gewaltausübenden Partner.
Das Kompetenzzentrum gegen häusliche Gewalt bündelt die Fachkompetenzen der Frauenberatungsstelle und des Frauenhauses Hexenhaus Espelkamp. Beide Einrichtungen sind auch in Zeiten der Pandemie weiterhin Anlaufstelle für von Gewalt betroffene oder bedrohte Frauen. „Wir beraten telefonisch und unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen auch persönlich in unserer Frauenberatungsstelle in Espelkamp. Termine können telefonisch unter 05772/9737-0 vereinbart werden. Auch eine Onlineberatung ist möglich (www.hexenhaus-espelkamp.de). Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. "Unsere Helpline ist 24 Stunden unter der Nummer 0180/5446444 erreichbar, sodass jederzeit eine Aufnahme ins Frauenhaus erfolgen kann“.