Espelkamp sagt NEIN zu Gewalt an Frauen
Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Ein Tag, an dem Menschen weltweit mit Aktionen ihre Solidarität mit gewaltbetroffenen Frauen bekunden und das Thema in den Vordergrund rücken. Geschlechtsspezifische Gewalt fängt bei Alltagssexismus an und endet mit Femiziden. Diese Gewalt ist allgegenwärtig und in unseren Strukturen verankert. In Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen, statistisch gesehen sind das mehr als 12 Millionen Frauen.
Zu diesem Aktionstag werden in Espelkamp in den Apotheken Taschentuchpackungen verteilt, die mit der bundesweiten Hilfetelefonnummer bedruckt sind. Kundinnen, die diese Tage in eine der Apotheken in der Innenstadt gehen, erhalten gratis eine Packung. Diese Packung kann auch gerne genutzt werden, um sie an eine Nachbarin, Kollegin oder Freundin weiterzugeben. Frauen sollen wissen, dass sie Unterstützung bekommen können und auf die bundesweite Hilfetelefonnummer hingewiesen werden.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Espelkamp freut sich sehr, dass die Apotheken diese wichtige Aktion unterstützen.
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ kann eine erste Stelle sein, um sich Hilfe zu holen. Das Hilfetelefon ist unter der kostenlosen Nummer 116 016 an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Es bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym, kompetent und sicher beraten zu lassen. Ob Gewalt in der Ehe oder Partnerschaft, sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigung sowie Stalking, Zwangsprostitution oder Genitalverstümmelung - Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite und leiten sie auf Wunsch an die passende Unterstützungseinrichtung vor Ort weiter.
In Espelkamp bietet das hexenhaus seit 1984 Schutz und Beratung für von Gewalt betroffene oder bedrohte Frauen und ihre Kinder.
Rund 50 Frauen mit 70 Kindern suchten in diesem Jahr bereits Schutz im Espelkamper Frauenhaus. Über 450 Frauen aus dem Kreisgebiet nahmen 2023 bislang das Angebot der Frauenberatung wahr. Fast alle von ihnen waren von irgendeiner Form häuslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen.
Es sind noch immer vor allem Frauen, die überdurchschnittlich häufig von sexualisierter und Beziehungsgewalt betroffen sind. Auch der Mühlenkreis ist dabei leider keine Ausnahme.
Die Ursachen häuslicher Gewalt sind vielfältig und bei Weitem nicht so privat, wie man vielleicht denken mag. Dass überdurchschnittlich häufig Frauen betroffen sind, zeigt, dass sich dahinter auch gesellschaftliche Vorstellungen von Weiblichkeit und der Stellung der Frau verbergen. Der viel besprochene „Gender-Pay-Gap“ und die Rückkehr zur klassischen Rollenverteilung in Zeiten von Corona, sind nur zwei Symptome, die deutlich gemacht haben, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter noch lange nicht in allen Bereichen Einzug gehalten hat.
Die Folgen häuslicher Gewalt sind ebenso vielfältig und ein gesamtgesellschaftliches Problem. Neben medizinischer Erstversorgung von Verletzungen hat häusliche Gewalt auch langfristige Folgen für die Gesundheit der Betroffenen. Angststörungen, Suchterkrankungen und Depressionen sind nur einige davon.
Grund genug, auch gesamtgesellschaftlich über dieses Thema zu sprechen und Flagge zu zeigen gegen Gewalt an Frauen. Nicht nur am 25. November.