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Datum: 02.07.2015

Berufsfelderkundungstage im Kreis abgeschlossen

 

 

Tischler möchte er werden wie sein Vater, das steht für Sebastian Bönning jetzt schon fest. Damit ist der Achtklässler aus Pr. Oldendorf eher eine Ausnahme. Für ihn war auch klar, dass er seinen ersten Berufsfelderkundungstag in einer Tischlerei absolvieren möchte – so berichtet er im Gespräch mit Landrat Dr. Ralf Niermann. In der Tischlerei Wiehe in Lübbecke durfte er unter der kundigen Anleitung von Joachim und Silvia Nolte einen Tag lang Mitschauen und Mitarbeiten.

Dort zogen jetzt auch Dr. Niermann und Heike Ramin von der Kommunalen Koordinierungsstelle des Kreises am letzten der vier kreisweiten Berufsfelderkundungstage vor Ort eine erste Bilanz. „Wir haben heute noch keine fertige Evaluation zu bieten, aber wir wollen uns vor Ort einen Eindruck verschaffen, wie unsere Berufsfelderkundungstage konkret aussehen“, so Dr. Niermann.


Seit dem Auftakt am 6. Mai haben 1308 Schülerinnen und Schüler von 18 Schulen an Berufsfelderkundungen teilgenommen, davon 911 in Betrieben, der Rest in Werkstätten lokaler Bildungsträger. Über das vom Kreis zur Verfügung gestellte Online-Buchungsportal haben insgesamt 61 Unternehmen 550 Plätze angeboten. Hier reichte das Spektrum vom kleinen Handwerksbetrieb oder landwirtschaftlichen Unternehmen bis hin zu weltweit tätigen Großunternehmen im Kreis. Da sich das Portal noch im Aufbau befindet, haben sich viele Schülerinnen und Schüler wie Sebastian Bönning zusätzlich in Eigeninitiative einen Platz gesucht.

Die ersten Berufsfelderkundungstage im Kreis Minden-Lübbecke sind ein weiterer wichtiger Schritt im Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Abschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA). Schülerinnen und Schüler können so nach einer Potenzialanalyse in der Praxis herausfinden, ob sie die für sie ermittelten Stärken und Talente in verschiedenen passenden Berufsfeldern einsetzen können, zum Beispiel soziale Kompetenzen in der Heilerziehungspflege oder handwerkliches Geschick in einem Tischler- oder Malereibetrieb. Mit den dort gesammelten Erlebnissen und Erkenntnissen können sie sich dann in der neunten Klasse für ein gezieltes Praktikum im Sinne einer reflektierten beruflichen Orientierung entscheiden.

Das Handwerk hat es oft schwer, guten Nachwuchs zu finden, der sich dauerhaft für den Beruf interessiert. „Gerade die besonders qualifizierten Auszubildenden gehen dann weiter an die Universität und gehen dem Handwerk damit wieder verloren“, darauf weist auch Thomas Brinkmann von der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland hin.

 So sind die Berufsfelderkundungstage nicht nur für die Berufsorientierung junger Menschen sinnvoll, sondern auch für eine breite Nachwuchsgewinnung in großen wie kleinen Unternehmen im ganzen Kreisgebiet. „Besonders erfreulich ist, dass viele Unternehmen schon bei diesem ersten Durchlauf mit uns gemeinsam an den Start gegangen sind. Aus meiner Sicht zeigt das: Der Bedarf ist da, und zwar auf beiden Seiten“, sagte Dr. Niermann. In den kommenden Jahren wird „Kein Abschluss ohne Anschluss“ schrittweise weiter ausgebaut, um im gesamten Kreisgebiet ausreichend Plätze in der gesamten Vielfalt der Berufsfelder anbieten zu können. „Wir würden uns besonders freuen, wenn noch mehr Angebote im Handwerk, im Einzelhandel, in der Gastronomie, im sozialen Bereich und bei den freien Berufen zur Verfügung gestellt werden könnten“, so Dr. Niermann.

 Auch die Kreisverwaltung hatte Plätze für die Berufsfelderkundungen angeboten. Hier wie in den anderen Bereichen waren die Erfahrungen insgesamt positiv. Das Buchungsportal wird weiter ausgebaut und -entwickelt. Die Berufsfelderkundungstage für 2016 sind schon jetzt kreisweit festgelegt und in der Online-Buchungsplattform www.sbo-muehlenkreis.bfe-nrw.de sichtbar. Damit wird im nächsten Schuljahr die Planbarkeit für Unternehmen und Schulen gleichermaßen optimiert.

Foto (v.l.): Landrat Dr. Ralf Niermann, Heike Ramin, Joachim Nolte, Thomas Brinkmann, Sebastian Bönning.

Foto: Sabine Ohnesorge / Kreis Minden-Lübbecke

 

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