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Erfolgreicher Jugenschutztag

Minden-Lübbecke, 02.03.2007

Jugenschutztag war ein voller Erfolg

Der Präventive Rat, eine Arbeitsgruppe der vier Jugendämter im Mühlenkreis, der Polizei und der schulischen Gesundheitsförderung, ist als Ausrichter des ersten Jugendschutztages im Kreis Minden-Lübbecke mit Verlauf und Resonanz sehr zufrieden. Die angebotenen drei Veranstaltungen an diesem Tage wurden von zahlreichen Interessierten, die im Jugendbereich tätig sind, besucht.

Bei der Veranstaltung zur lokalen Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Jugendschutzgesetzes am Vormittag informierte Sebastian Gutknecht von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS), Landesstelle NRW, über Möglichkeiten, den Jugendschutz optimal umzusetzen. Diese Veranstaltung wurde besonders für die Vertreter der Ordnungsämter, der Polizei und der Jugendämter angeboten, die auch aus nahezu allen Städten und Gemeinden des Kreises vertreten waren. Die Teilnehmer beleuchteten die aktuellen Situationen vor Ort in Arbeitsgruppen und konnten dabei feststellen, dass die Kooperation zwischen den Institutionen vor Ort meist bereits gut funktioniert. Neben dem wertvollen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Arbeitsfeldern und Professionen, konnten die Anwesenden bereits gemeinsame Planungen und Absprachen zu zukünftigen Jugendschutzkontrollen vornehmen. Weiterhin wurde über gemeinsame Strategien beraten, wie z.B. mit sich abzeichnenden problematischen Entwicklungen umgegangen werden soll.

Auch bei der zweiten Fachveranstaltung am Nachmittag war das Interesse mit nahezu 100 Fachkräften, die überwiegend aus Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen kamen, sehr groß. Mit dem Thema der Veranstaltung "Jugendschutz aus pädagogischer Sicht" versuchten Sebastian Gutknecht (AJS) und Peter Schumacher vom Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen. Peter Schumacher ging dabei auch auf das aktuelle Geschehen im Mühlenkreis ein. Die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten in der anschließenden Diskussion u.a. wissen, welche Möglichkeiten sie haben, wenn sie von Gewalt- oder pornographischen Darstellungen auf Handys erfahren. Die Referenten zeigten die gesetzlichen Handlungsmöglichkeiten auf und berichteten von Eigeninitiativen in Schulen. Peter Schumacher ermutigte die Pädagogen, sich bei einem begründeten Verdacht zu Gewalt- oder Pornographiedarstellungen an die örtliche Polizeidienststelle zu wenden, bzw. Kontakt zum zuständigen Bezirksbeamten der Polizei aufzunehmen.

Besonders großes Interesse fand die dritte Veranstaltung des Jugendschutztages am Abend im Mindener Preußen-Museum. Begrüßt wurden der Referent sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Sozialdezernenten des Kreises Minden-Lübbecke, Herrn Hans-Joerg Deichholz. Rund 250 Interessierte kamen, um dem renommierten Sozial- und Gesundheitswissenschaftler und Pädagogen Prof. Dr. Klaus Hurrelmann von der Universität Bielefeld, der auch schon Gastdozent an den Universitäten in New York und Los Angeles war, bei seinem knapp einstündigen Referat aufmerksam zuzuhören. Das Thema seines Vortrages "Droht uns eine Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen?" sorgte für spürbare Aufmerksamkeit bei den Anwesenden. Mit dem Hinweis, dass Gewalthandlungen nicht angeboren sind sondern im Laufe der Sozialisation angeeignet werden, zeigte Prof. Dr. Hurrelmann drei Felder auf, die für die Entstehung von Aggression und Gewalt eine besondere Bedeutung haben können. Die Familie, als Keimzelle einer vertrauensvollen und gewaltlosen Erziehung, die Schule, mit ihren Möglichkeiten von Integration und Ausgrenzung bzw. Erfolgs- und Versagenserfahrung und die Umwelt, mit den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten und -verführungen.

Unterstützung von hilfebedürftigen Familien, Elterntraining, Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe und das Vermitteln eines sinnvollen Umgangs mit den aktuellen Medien waren einige der von Hurrelmann beispielhaft vorgetragenen Lösungsansätze für einen zeitgemäßen Jugendschutz.

Nach einer anschließenden lebhaften Diskussion lobte der Referent ausdrücklich das Vorhandensein des Präventiven Rates und riet dringend zu weiteren gemeinsamen Aktivitäten.

Das Fazit des Präventiven Rates ist, aufgrund der guten Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterhin aktiv an aktuellen Jugendschutzthemen zu arbeiten. Auch an eine Wiederholung des Jugendschutztages ist bereits gedacht.

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