Erfolgreiche Unterstützung im Projekt BEA Beraten - Ermutigen -Assistieren
„34 Jahre alt und ohne positive Perspektive im Leben“, so sah sich Bernd A. (alle Namen sind verändert), als ihm vorgeschlagen wurde, am BEA (Beraten-Ermutigen-Assistieren)-Projekt teilzunehmen. Seine beruflichen Möglichkeiten hatte er sich mit Unzuverlässigkeit verbaut. Und dies, obwohl er als gelernter Kaufmann schon einen beruflichen Aufstieg erreicht hatte. „Falsche Freunde, Partys und Drogen bestimmten immer mehr mein Leben“, sagte er zu Beginn der Projektteilnahme. Der berufliche Abstieg erfolgte rapide, erst nach einem Klinikaufenthalt wurde ihm seine Situation bewusst und er wollte sein Leben neu beginnen. „Aber niemand wollte mich einstellen, ich war in der Branche verbrannt.“ Bernd A. ergab sich immer mehr in sein Schicksal, der Wille zur Veränderung wurde immer schwächer. Er lebte in den Tag hinein und verlor jeden Antrieb.
Durch die Teilnahme am Projekt BEA begann er wieder Hoffnung zu schöpfen. Besonders die zahlreichen Gespräche mit einem ehrenamtlichen Mitarbeiter, der eine vergleichbare Situation überwunden und sein Leben neu geordnet hat, gaben ihm die Hoffnung und den Antrieb neue Möglichkeiten zu finden. „Das Vorbild, dass man es tatsächlich schaffen kann, hat mir viel Mut gegeben.“ Bernd A. suchte mit Hilfe des hauptamtlich im Projekt tätigen Prozessmanagers nach Alternativen für eine passende berufliche Entwicklung. In Praktika zeigte sich, dass er ein hohes Talent im Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen hat und der Beruf des Altenpflegers ihm eine Perspektive bieten kann, die seinen Interessen und Fähigkeiten entspricht. „Jetzt weiß ich wieder, dass ich gebraucht werde und ich bekomme so viel Positives zurück.“ Bernd A. arbeitet nun für ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst und wird in derselben Einrichtung ab Sommer seine Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen. Den dazu notwendigen Führerschein erwirbt er momentan mit finanzieller Unterstützung des Jobcenters. „Die Teilnahme an BEA war wie ein Lottogewinn für mich“, betont Bernd A.
Auch Yvonne B. hatte jede Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben aufgegeben. Fast ihr gesamtes Leben leidet sie bereits unter einer psychischen Erkrankung, die in Schüben auftritt und oft jedes positive Lebensgefühl unterdrückt. „Hätte ich nicht meine Tochter, für die ich da sein muss, wüsste ich nicht, ob es mich noch gäbe“, sagt Yvonne B. im Aufnahmegespräch für das Projekt BEA. Obwohl sie ein gutes Schulzeugnis und viele Talente und Interessen hat, konnte sie bisher keinen beruflichen Einstieg erreichen. „Ich war fast immer krankgeschrieben.“ Therapien hat sie als für sich nicht geeignet erlebt. „Ich kann nicht in einer Gruppe über meine Situation sprechen und werde schnell ausgeschlossen oder sogar gemobbt. Das mute ich mir nicht mehr zu.“ Yvonne B. war es sehr wichtig, dass sie bei einer Teilnahme an BEA selbst entscheiden konnte, welche Schritte gegangen werden. Als sie erfuhr, dass dies ein Grundprinzip des Projekts ist, entschied sie sich zur Teilnahme. Auch für Yvonne B. machten die Gespräche mit ihrer BEA-Begleiterin, die ihr Krankheitsbild aus eigener Erfahrung sehr gut kennt, Mut zur Veränderung. „Viele haben mir gesagt, dass ich therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen soll, aber niemand konnte mir belegen, dass es etwas bringt. Jetzt kenne ich jemanden, der mich versteht und mir Mut zur Überwindung der Krankheit gibt.“ Nach sechs Monaten entschied sich Yvonne B. zu dem Versuch einer ambulanten Therapie. Drei Monate später ist sie begeistert von ihrer Entscheidung. „Ich habe dort viel bessere Erfahrungen gemacht als zuvor. Selbst die Gruppentherapieanteile habe ich positiv erlebt. Sogar Freundschaften konnte ich dort schließen. Ohne den Zuspruch und die Unterstützung durch BEA hätte ich dies nie gewagt.“ Yvonne B. will nun an einer weiteren Maßnahme des Jobcenters teilnehmen. Sie hat Kontakt zu einer Firma aufgenommen um dort einen Berufseinstieg zu erproben. „Endlich bin ich in der Lage regelmäßig meinen Schutzraum, die Wohnung, zu verlassen.“
Das Projekt BEA Beraten – Ermutigen – Assistieren wird im Rahmen des Bundesmodellprojekts reha pro finanziert. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Jobcenters unterstützen die ehrenamtlichen BEA-Begleitungen die arbeitslosen Menschen auf dem Weg zur Veränderung.
Kontakt: proarbeit@minden-luebbecke.de
Das Amt proArbeit Jobcenter Kreis Minden-Lübbecke beteiligt sich an der landesweiten Fokuswoche Langzeitarbeitslosigkeit. Mit einer kleinen Reihe von Pressetexten möchten wir zeigen, wie vielfältig und vielversprechend die Möglichkeiten sind, mit denen die Jobcenter Menschen auf dem Weg zu einer dauerhaften Beschäftigung unterstützen.