Entlastung und kompetente Hilfsvermittlung
Minden-Lübbecke, 17.08.2010
Entlastung und kompetente Hilfsvermittlung
Ein Jahr telefonische Begleitung bei Konflikten in häuslichen Pflegebeziehungen
Entlastung und kompetente Hilfsvermittlung in kritischen Pflegesituationen - Seit einem Jahr gibt es jetzt das Zusatz-Angebot der TelefonSeelsorge. Hier können pflegende Angehörige und pflegebedürftige Personen Rat und Unterstützung finden. Die Initiatorinnen und Initiatoren dieses Angebotes, Sabine Scholz-Hörstmann (stellvertretende Leiterin der TelefonSeelsorge Ostwestfalen), Andrea Strulik (Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke) und Klaus Marschall (Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange des Kreises Minden-Lübbecke) zogen nun eine erste Bilanz und stellten die Weichen für die weitere Zusammenarbeit.
Ungefähr 70 Anrufe sind in diesem Jahreszeitraum zu dieser Thematik registriert worden. Über zwei Drittel der Anrufenden sind Frauen. Dies spiegelt die Tatsache wider, dass heute in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle die häusliche Pflege von Frauen geleistet wird. Die Hälfte der Anrufenden pflegt einen Elternteil. Der Altersschwerpunkt der Anrufenden lag zwischen 50 und 59 Jahren. „Ein gutes Angebot, das die Palette der Hilfemöglichkeiten im Kreis Minden-Lübbecke sinnvoll ergänzt“, waren sich Andrea Strulik und Klaus Marschall einig. “Wir werden daran arbeiten, dass es noch bekannter wird und dadurch mehr pflegende Angehörige und Pflegebedürftige in ihrer häuslichen Situation unterstützt werden.“
Die TelefonSeelsorge hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter speziell zur Thematik der häuslichen Pflege und den damit verbundenen Fragen und Belastungen geschult. Insofern können sie im Rahmen der normalen Arbeit der TelefonSeelsorge - dies bedeutet Erreichbarkeit Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr - qualifiziert auf besondere Situationen, die im Rahmen häuslicher Pflege auftreten können, eingehen. „Für viele stellt dieses telefonische Angebot eine Entlastung dar, andere werden kompetent an Fachinstitutionen weiterverwiesen“, so Sabine Scholz-Hörstmann.
In den meisten Gesprächen ging es um eine Überlastungssituation als pflegende Angehörige. Einige riefen auch an, weil sie sich Gedanken machen, wie sie ihre eigene Pflege zukünftig organisiert haben möchten. Auch Beziehungskonflikte (zum Beispiel zwischen Mutter und Tochter) und die Finanzierung von Pflege wurden thematisiert.
Die telefonische Begleitung ist kostenlos erreichbar unter 0800 - 111 0 111 oder 111 0 222.