Ein Bild kommt nach Hause - Enkel des ehemaligen Amtsdirektors überreicht Gemälde
Dieses Bild hat nicht nur viele Jahrzehnte auf dem Buckel, sondern auch eine Reise quer durch die Republik hinter sich. Nach circa 40 Jahren ist das Gemälde nun dort wieder angekommen, wo es ursprünglich entstand – in Levern. Joachim Aurich, der Enkel von Karl Kuhlo, dem einstigen Amtsdirektor des Alten Amtes Levern (bis 1955), überreichte das etwa einen Quadratmeter große Ölgemälde Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat. Das Bild zeigt das historische Amtshaus in Levern und wurde vom Leverner Kunst- und Kirchenmaler Friedrich Bußmann gemalt. „Wann es entstanden ist, kann ich nicht sagen“, so Joachim Aurich bei seinem Besuch in Stemwede. Der bei Baden-Baden lebende Aurich hatte einen Urlaub am Steinhuder Meer für einen Abstecher nach Levern genutzt, um Bürgermeister Abruszat das Gemälde zu überreichen.
Als ältester von mehreren Enkelkindern erinnert er sich noch gut an die Kindheitsbesuche beim Großvater. „Wenn ich morgens mit meinem Opa zum Bäcker gegangen bin, zogen die Leute den Hut und begrüßten uns mit einem freundlichen `Guten Morgen, Herr Amtsdirektor`, berichtete Aurich. Auch wo das Gemälde damals hing, weiß er noch. „Das Bild hatte seinen Platz im Amtszimmer meines Großvaters. Wenn ich artig war, durfte ich ihn dort besuchen und mein Opa gab mir dann einen goldenen Schokotaler, die er in einer Schreibtisch-Schublade versteckt hatte“, erinnerte sich Aurich.
Nach dem Tod von Amtsdirektor Karl Kuhlo ging das Gemälde dann in den Besitz von Joachim Aurich über. In den letzten Jahrzehnten habe es dann mehrere Umzüge und verschiedene Stationen, von Wald-Michelbach bei Mannheim bis hin nach Baden-Baden, mitgemacht.
Zur großen Überraschung aller entpuppte sich das Gemälde als offenbar noch fehlendes Bild einer malerischen Trilogie. Im Leverner Heimathaus hängen bereits zwei exakt gleichgroße Ölgemälde des Kirchenmalers Bußmann, die, im gleichen Stil, unter anderem die Leverner Probstei und die Stiftskirche zeigen. „Ich würde mich nicht wundern, wenn diese Gemälde tatsächlich zusammengehören und eine Serie bilden“, so Bürgermeister Kai Abruszat. „Ich bin mir sicher, dass wir hier in Levern, sei es im Heimathaus oder im Amtshaus, einen geeigneten Platz finden werden.“
Der Verwaltungschef bedankte sich sehr herzlich für das besondere Geschenk, aber vor allem auch für die vielen Erinnerungen und Anekdoten, die Joachim Aurich im Gepäck hatte.