Ehrenamtliche Kräfte machen sich im Archiv nützlich
Lübbecke. Ein abwechslungsreichen Blick in die heimische Geschichte wird im Archiv und Museum der Stadt Lübbecke mit dem Archiv der Gemeinde Stemwede ermöglicht. Seit einigen Wochen wirken nun etwa 20 ehrenamtlich Engagierte aktiv an der Fortschreibung der Stadtgeschichte mit.
„Wir freuen uns über die große Bereitschaft, unsere Arbeit ganz praktisch zu unterstützen“, sind Stadtarchivarin Christel Droste und ihre Kollegin Bettina Rohlfing begeistert. Unter Anleitung der Archivarinnen werden Museumsstücke mit Inventarnummern versehen und auf die dauerhafte Aufbewahrung vorbereitet. Andere Ehrenamtler befreien unzählige Altakten von rostenden Klammern, fertigen Digitalisate besonders häufig nachgefragter Archivalien an, erstellen Findlisten zu historischen Zeitungen oder übersetzen lateinische Texte.
„Leider können längst nicht mehr alle die Deutsche Schrift lesen“, bedauert Bettina Rohlfing. Und Christel Droste fügt hinzu: „Aber wir können natürlich nicht tausende Akten in die heutige lateinische Druckschrift übertragen“. Einige der ehrenamtlichen Helfer beherrschen die Deutsche Schrift. Sie fertigen nach Vorgaben Transkriptionen von Protokollbüchern an. Zeile für Zeile und Buchstabe für Buchstabe werden dabei übertragen - natürlich nach der damaligen Rechtschreibung.
Darüber hinaus werden auch die Forschungen zum Leben im Lübbecker Land im Jahre 1915 vorangetrieben, so dass im Herbst die zweite Ausgabe der ‚Lübbecker Zeitensprünge‘ angeboten werden kann. „Auch in diesem Jahr ergänzen wir dafür die damalige Lübbecker Stadtchronik wieder um interessante Aufsätze, Auszüge aus der damaligen Zeitung und natürlich um Fotos“, verspricht Christel Droste.
Fotos erlauben es künftigen Generationen, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein „Bild“ davon zu machen, wie es heute in Lübbecke und Stemwede aussieht. Einige Ehrenamtliche haben sich bereit erklärt, selbst zur Kamera zu greifen und im Gebiet der Stadt Lübbecke und der Gemeinde Stemwede bestimmte Häuser und Straßenzüge für die kommenden Generationen im Bild festzuhalten.
„Wir legen großen Wert darauf, für alle Archivnutzer ein möglichst vielfältiges Angebot bereit zu halten, damit sie ohne großen Aufwand das Gesuchte einsehen können. Durch das Engagement der Ehrenamtlichen können wir die Bestände nun noch besser nutzbar machen“, betont Christel Droste und weist darauf hin, dass das Archiv am Wiehenweg 33 trotz dieser groß angelegten Aktion weiterhin montags bis donnerstags in der Zeit von 8 Uhr bis 11.30 Uhr sowie nach Terminabsprache geöffnet ist.