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Dr. Henning Scherf auf der VITA: Ein Plädoyer für das Alter

"Bleiben Sie aktiv" - das war eine zentrale Botschaft auf der Eröffnungsveranstaltung des Kreises Minden-Lübbecke für die Senioren-Fachmesse „VITA - Mitten im Leben“. Mit Dr. Henning Scherf konnte der Schirmherr der Messe Landrat Dr. Ralf Niermann einen glühenden Verfechter dieses Grundsatzes begrüßen. Der Kreis hatte die Eröffnungsveranstaltung ebenso wie das parallel zur Messe laufende Vortragsprogramm organisiert. Die VITA wurde von der Messe- und Ausstellungen Rainer Timpe GmbH in der Kampa-Halle in Minden veranstaltet. Menschen aller Altersgruppen besuchten die Messe ebenso wie die Vorträge.

Der ehemalige Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen Dr. Scherf begrüßte in der halben Stunde vor Beginn der Eröffnungsveranstaltung alle 240 anwesenden Gäste persönlich. In seinem frei gehaltenen Eröffnungsvortrag sprach er über die Wohngemeinschaft, in der er seit nunmehr 22 Jahren zusammen mit seiner Frau Luise und sechs anderen Personen lebt. "Alte Menschen wollen keine Alters-Ghettos" - so das Fazit des 1938 geborenen, promovierten Juristen. Auch wenn er manchmal von seinen drei Kindern und mehreren Enkeln wohlwollend belächelt wird, hat er sich den Optimismus, der eine solche Lebensform begründet, über die Jahre bewahrt. „Mein Wunsch ist es, irgendwann in dieser Gemeinschaft zu sterben. Ich hoffe sehr, dass dies möglich sein wird.“

Dr. Scherf ist viel unterwegs. Neben Minden standen unter anderem Vorträge in Minsk, Hamburg und Frankfurt auf seinem Programm für die Woche. Ungefähr 150 Vorträge hält er im Jahr, reist viel herum, malt und singt in einem Chor. „Das hält mich fit“, sagt er und riet es auch den Anwesenden. Persönliche Interessen, Neugier auf Neues und das Knüpfen von Netzwerken sind im Alter wichtig, so Dr. Scherf. Er erzählt von seinen eigenen Erfahrungen: Ein über 90-jähriger Freund steht neben ihm im Chor und „ blüht beim Singen so richtig auf“. Eine alte, demenzkranke Dame, die zu keiner Reaktion mehr fähig war, wurde wieder richtig lebhaft, als „ein kleiner Junge ihr einen Ball vor die Füße rollte. In diesem Moment wurde es in ihr wieder lebendig und sie bewegte ihre Lippen.“ Älter zu werden, bedeutet nicht zwingend, einen Verlust an Lebensqualität hinnehmen zu müssen, wenn das Älterwerden richtig vorbereitet wird. So legt Scherf alleinlebenden älteren Menschen ganz besonders ans Herz, den Kontakt zu Kindern zu suchen. Er selbst hat regelmäßige Termine in einer Grundschule und liest Kindern der ersten und zweiten Klasse Geschichten vor.

Das ehrenamtliche Engagement älterer Menschen ist ein wichtiger Beitrag für das Gemeinwesen, betonte Landrat Dr. Ralf Niermann. In seiner Rede nahm er auch beide Seiten der Pflege in den Blick - diejenigen, die Hilfe und Unterstützung benötigen und die pflegenden Angehörigen, die unterstützt werden müssen: „Leben soll für unsere Mitmenschen auch in der Zeit noch lebens- und erstrebenswert sein, in der das Leben nicht mehr in vollem Umfang oder sogar nur noch wenig selbstbestimmt gestaltbar ist“, so Dr. Niermann. Der Kreis Minden-Lübbecke bietet daher Menschen in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren die unterschiedlichsten Hilfen an. Dr. Niermann nannte hier insbesondere die Zentren für Pflegeberatung in Minden, Bad Oeynhausen und Espelkamp, das Projekt „Schritt für Schritt im Mühlenkreis“, das ältere alleinlebende Menschen dazu motiviert, sich gemeinsam zu bewegen und soziale Kontakte aufzubauen und zu vertiefen. Auch das DemenzNetz Kreis Minden-Lübbecke aus engagierten Einrichtungen und Diensten im Kreis Minden-Lübbecke wächst stetig. Die Grundidee ist, gemeinsam mit vielen Engagierten im Kreis Minden-Lübbecke ein förderliches Umfeld für demenzkranke Menschen zu schaffen.

An den Informationsständen der VITA drehte sich alles um die Themen Gesundheit, Pflege, Wohnen und Freizeit. Die Besucher konnten zum Beispiel Hör-, Seh- und Reaktionstests absolvieren, die neueste Generation der Elektromobile ausprobieren und Beratungsangebote zu unterschiedlichsten Themen wahrnehmen. Viel Zulauf hatten auch die Fachvorträge unter anderem zu Themen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, gesunde Ernährung, Häusliche Gewalt in der Pflege, Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie Demenz.

Informationen zur VITA 2012 erhalten Sie im Internet unter www.vita-messe.de

Ansprechpartner:
Dr. Christian Adam, Kreis Minden-Lübbecke, Portastr. 13, 32423 Minden, Tel.: 0571 807 22880, Fax: 0571 807 32880, E-Mail: c.adam@minden-luebbecke.de
Klaus Marschall, Kreis Minden-Lübbecke, Portastr. 13, 32423 Minden, Tel.: 0571 807 22870, Fax: 0571 807 32870, E-Mail: k.marschall@minden-luebbecke.de
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