Inhalt

Dioxin-Verdacht: Weitere Betriebe vorsorglich gesperrt - Untersuchungen dauern an

Kreis Minden-Lübbecke, 7. Januar 2011

Weitere Tierhalter-Betriebe im Kreis Minden-Lübbecke werden vorsorglich für die Auslieferung von Lebensmitteln generell gesperrt. Grund sind neue Ergebnisse aus der Auswertung von Futtermittellisten aus Niedersachsen. Vorläufig sind 15 Tierhalterbetriebe betroffen, deren Futtermittel ebenfalls im Verdacht stehen, mit Dioxin belastete Mischfettsäuren zu enthalten. Auch in diesen Fällen hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Minden-Lübbecke umgehend Ermittlungen zu Art und Verwendung der Futtermittel in den Betrieben aufgenommen. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt steht mit den Betrieben in Kontakt und nimmt soweit notwendig in den milch- und eiererzeugenden Betrieben bereits Proben der Produkte. 

Erste Untersuchungsergebnisse für milcherzeugende Betriebe werden aus dem CVUA MEL (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe) noch im Laufe des Wochenendes erwartet. Sobald es möglich sein sollte, die Sperren aufzuheben, wird das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises umgehend die jeweiligen Betriebe informieren. "Uns ist klar, dass diese Situation für alle gesperrten Betriebe schwierig ist," sagt Dr. Ute Fritze, Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Minden-Lübbecke. "Aus diesem Grund sind wir nahezu rund um die Uhr im Einsatz, um Klarheit zu schaffen. Wir sind uns aber darüber einig, dass der Verbraucherschutz oberste Priorität hat." 

Bisher waren im Kreis Minden-Lübbecke vorsorglich schon ca. 90 landwirtschaftliche Betriebe für die Auslieferung von Lebensmitteln generell gesperrt. Auch hier ermittelt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Minden-Lübbecke weiterhin, welche Futtermittel verwendet und an welche Tiere sie verfüttert wurden. So können die Tiergruppen identifiziert werden, die eventuell mit Mischfuttermitteln gefüttert wurden, in denen dioxinhaltige Mischfettsäuren enthalten waren. Tiere in landwirtschaftlichen Haltungen werden - angepasst an ihr Alter - mit unterschiedlichen Futtermitteln gefüttert, so dass nicht zwingend alle Tiere eines Bestandes einer möglichen Belastung durch die genannten Futtermittel ausgesetzt sein müssen.

Auch das für die Futtermittelhersteller zuständige  LANUV (Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz) hatte bereits Analysen im CVUA MEL (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe) beauftragt. Nach der Untersuchung der Fettproben aus betroffenen Futtermittelwerken laufen jetzt die Untersuchungen einzelner Futtermittel, damit daraus nach dem „Flaschenhalsprinzip“ Rückschlüsse auf größere Futtermittelmengen gezogen werden können.

Das Flaschenhalsprinzip bedeutet, dass die Untersuchungen am Anfang der Produktionskette begonnen und bei dort festgestellten Belastungen im nächsten Glied der Produktionskette fortgesetzt werden. Im konkreten Fall heißt das, dass zunächst untersucht wird, ob die Mischfette belastet sind. Ist das der Fall, werden die daraus hergestellen Tierfuttermittel und das damit gefütterte Vieh untersucht.

Da die untersuchten Fette in den Futtermitteln weiterverarbeitet wurden, haben sie einen großen Verbreitungsgrad. Wenn also das untersuchte Fett keine Dioxinbelastung aufweist, kann von diesem Ergebnis möglicherweise ein Rückschluss auf größere Futtermittelpartien gezogen werden. Generell legen die Landesbehörden die weitere Vorgehensweise fest.

nach oben zurück