Dioxin-Verdacht: Aktueller Stand im Kreis
Kreis Minden-Lübbecke, 6. Januar 2011
Im Kreis Minden-Lübbecke sind derzeit weiterhin vorsorglich ca. 90 landwirtschaftliche Betriebe für die Auslieferung von Lebensmitteln generell gesperrt. In diesen Betrieben ermittelt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Minden-Lübbecke derzeit mit Hochdruck, welche Futtermittel verwendet und an welche Tiere sie verfüttert werden. So können die Tiergruppen identifiziert werden, die eventuell mit Mischfuttermitteln gefüttert wurden, in denen dioxinhaltige Mischfettsäuren enthalten waren. Tiere in landwirtschaftlichen Haltungen werden - angepasst an ihr Alter - mit unterschiedlichen Futtermitteln gefüttert, so dass nicht zwingend alle Tiere eines Bestandes einer möglichen Belastung durch die genannten Futtermittel ausgesetzt sein müssen.
Parallel dazu laufen im CVUA MEL (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe) die durch das LANUV (Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz) beauftragten Analysen der Fettproben aus den betroffenen nordrhein-westfälischen Futtermittelwerken weiter. Die Untersuchung dieser Proben ist die erste Stufe der nach dem Flaschenhalsprinzip angelegten Untersuchungen.
Das Flaschenhalsprinzip bedeutet, dass die Untersuchungen am Anfang der Produktionskette begonnen und bei dort festgestellten Belastungen im nächsten Glied der Produktionskette fortgesetzt werden. Im konkreten Fall heißt das, dass zunächst untersucht wird, ob die Mischfette belastet sind. Ist das der Fall werden die daraus hergestellen Tierfuttermittel und das damit gefütterte Vieh untersucht.
Da die untersuchten Fette in den Futtermitteln weiterverarbeitet wurden, haben sie einen großen Verbreitungsgrad. Wenn also das untersuchte Fett keine Dioxinbelastung aufweist, kann von diesem Ergebnis möglicherweise ein Rückschluss auf größere Futtermittelpartien gezogen werden. Die Landesbehörden legen derzeit die weitere Vorgehensweise fest.