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Delegation aus Minden-Lübbecke besucht Partnerkreis

Innovationen und Blütenpracht in der Uckermark

Delegation aus Minden-Lübbecke besucht Partnerkreis

"Wenn man es klug anstellt, ist so eine Landesgartenschau ein Stadtumbauprogramm", sagte Landrat Dietmar Schulze. Sein Landkreis Uckermark tritt zurzeit genau diesen Beweis an mit der LaGa in Prenzlau. Grund genug, wieder einmal den Partnerkreis Minden-Lübbecke einzuladen. Diesmal fuhren neben Vertreterinnen und Vertretern der Kreisverwaltung auch maßgebliche Vertreter der Kreistagsfraktionen des Kreises Minden-Lübbecke mit, um sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen an drei Tagen über zahlreiche Themen vom demographischen Wandel über Inklusion bis zu regenerativen Energien auszutauschen. "Gegenüber unserem letzten Besuch vor vier Jahren hat Prenzlau einen Riesensprung gemacht", sagte Landrat Dr. Ralf Niermann. "Der Landkreis Uckermark beweist, dass es hilft, nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Mittlerweile hat der Kreis bundesweit bei einzelnen Themen eine Vorreiterrolle eingenommen."

Ein anschauliches Beispiel für die finanziell nachhaltige Planung ist die Blumenhalle der Landesgartenschau. Sie wird später zur Aula des benachbarten Gymnasiums umgebaut. Das war von vornherein entsprechend konzipiert worden. "Die LaGa ist eben nicht nur eine Blümchenschau. Wobei wir uns natürlich auch hier über das große Interesse freuen", so Schulze. Denn die Landesgartenschau zieht regional und überregional Menschen in den Landkreis. "150.000 Besucher waren schon da, insgesamt rechnen wir mit 300.000", sagte Schulze. "Schon im Vorfeld gab es hier einen großen Zusammenhalt. Die Bürgermeister in den Kommunen haben richtig mitgefiebert."

In Minden-Lübbecke gab es zwar seit 2000 keine Landesgartenschau mehr, aber die 14 Vertreterinnen und Vertreter des Kreises Minden-Lübbecke und ihre zehn Kolleginnen und Kollegen vom Landkreis Uckermark konnten bei ihrem Besuch viele thematische Parallelen feststellen. Fast zeitgleich wurden in beiden Kreisen Solaranlagen errichtet - in Minden-Lübbecke hat der Kreis 2012 dafür die ehemaligen Deponiegelände in Heisterholz und Varlheide genutzt, in der Uckermark hat die Firma Belectric auf dem Gelände eines ehemaligen russischen Militärflughafens einen Solarpark errichtet. Die Konversion solcher Flughäfen ist dort ein eigenes Thema. Altlasten müssen entsorgt und neue Nutzungsmöglichkeiten entwickelt werden. Ein Teil eines Flughafens wird zum Beispiel als Teststrecke genutzt. Außerdem ist dort ein Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums angesiedelt. Bei dem Projekt geht es darum, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem es für Omnibusse möglich wird, zwischen Strombetrieb aus einer Oberleitung auf Dieselbetrieb umzuschalten. Die Delegation besuchte auch ein Projekt für regenerative Energien, mit dem Energie aus Windkraftanlagen gespeichert können werden soll.

Mit Projekten wie diesen setzt sich der Landkreis Uckermark an die Spitze bundesweit wichtiger Themen. Für vier Bundesprojekte hat sich die Uckermark beworben und für alle einen Zuschlag erhalten: Das Projekt LandZukunft, Regionalstrategie Daseinsvorsorge 2030, das Projekt KombiBus und Regionalbudget V. Bei der Inklusion ist die Uckermark schon einen Schritt weiter als die Landesregierung - und als Minden-Lübbecke: In Angermünde wurde die Förderschule aufgelöst, Inklusion wird dort also schon praktisch umgesetzt, weil die Schülerinnen und Schüler auf die Regelschule gehen.
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