Biogas-Projekt: Kreis wirbt um europäische Unterstützung
Kreis Minden-Lübbecke, 29.10.2007
Biogas-Projekt: Kreis wirbt um europäische Unterstützung
Der Kreis Minden-Lübbecke hofft auf europäische Unterstützung für die geplante Biogas-Anlage an der Pohlschen Heide in Hille, die drei Blockheizkraftwerke mit umweltfreundlichem Brennstoff versorgen soll. „Wir bemühen uns um EU-Fördermittel, weil unser Plan Vorbildcharakter hat“, verdeutlicht Kreis-Baudezernent Jürgen Striet. Mindestens einen einflussreichen Befürworter in Brüssel hat die ehrgeizige Idee schon. Mechtild Rothe, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, versprach jetzt bei einem Besuch in Hille auf Einladung von Hartmut Stickan, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der kreiseigenen AML IMMObilien GmbH, ihre Unterstützung.
„Ein sehr interessantes, innovatives Projekt“, lobte Mechtild Rothe. Und damit ist der Minden-Lübbecker Biogas-Plan womöglich ein Fall für Brüssel. Die Europäische Union hat für die Jahre 2007 bis 2013 das Programm Intelligente Energie Europa aufgelegt, um damit effiziente Energienutzung und den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Zudem gibt es ein Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, das ebenfalls aus Brüssel unterstützt wird. Auch hier wurden Kontakte mit den zuständigen Stellen geknüpft.
Energiepolitik ist einer der Themenschwerpunkte, mit denen sich Mechtild Rothe beschäftigt. So ist es keine Überraschung, dass sich die Vizepräsidentin des EU-Parlaments schnell für das Biogas-Projekt begeistern ließ. Nun hoffen Landrat Dr. Ralf Niermann und Baudezernent Jürgen Striet, dass Mechtild Rothe Wege zu Fördermitteln zu ebnen helfen kann und das Projekt seiner Realisierung einen großen Schritt näher rücken wird.
Rund 10,5 Millionen Euro will der Kreis Minden-Lübbecke investieren. Dafür soll bis 2009 am Kompostwerk auf der Pohlschen Heide in Hille eine Biogas-Anlage entstehen, die Energie aus dem dort verarbeiteten Bio-Abfall erzeugen kann. Das Biogas wird zu Erdgas-Qualität aufbereitet und in das öffentliche Gasnetz eingespeist. Drei Blockheizkraftwerke in Minden und Bad Oeynhausen sollen aus dem Gas von der Pohlschen Heide Strom und Wärme erzeugen und damit das Kreishaus, das Berufsschulzentrum und die Kampa-Halle sowie das Bad Oeynhausener Krankenhaus versorgen.
Aus den jährlich rund 40.000 Tonnen Bio-Abfall können 3,6 Millionen Kubikmeter Biogas gewonnen werden, so die Prognose. „Das macht pro Jahr etwa 6,7 Millionen Kilowattstunden Strom und 8 Millionen Kilowattstunden Wärme“, rechnet Baudezernent Jügen Striet vor, „außerdem vermeiden wir rund 5.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.“ Damit investiert der Kreis nicht nur in nachhaltige, effiziente und wirtschaftliche Energieversorgung für seine Liegenschaften, sondern leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz - und das hoffentlich mit Hilfe aus Brüssel.