Inhalt
Datum: 11.05.2023

Ausstellung »EINIGE WAREN NACHBARN: TÄTERSCHAFT, MITLÄUFERTUM UND WIDERSTAND«

Ein Angebot der Fachstelle NRWeltoffen im Schulamt des Kreises Minden-Lübbecke in Kooperation mit St. Simeonis und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Die Ausstellung „EINIGE WAREN NACHBARN: TÄTERSCHAFT, MITLÄUFERTUM UND WIDERSTAND“ befasst sich mit einer der zentralen Fragen zum Holocaust: Wie war der Holocaust möglich? Kreisdirektorin Nicole Streitz und Nina Pape als geschäftsführende Vorsitzende des Vorstands der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ)haben die Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ in St. Simeonis in Minden eröffnet. Die Ausstellung startete ursprünglich 2019 im Deutschen Bundestag und reist seither durch Deutschland. Sie ist noch bis zum 20. Mai zu sehen in St. Simeonis, Simeonskirchhof 6, 32423 Minden.

Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum haben so viele die Verbrechen der Nationalsozialisten unterstützt oder geschwiegen? Warum haben so wenige den Opfern geholfen? „Es ist kein Wunder, dass sich Menschen überall auf der Welt die Frage stellen, wie es sein kann, dass Menschen anderen Menschen so etwas antun – und das in einem nie dagewesenen Ausmaß“, sagte Kreisdirektorin Nicole Streitz bei der Eröffnung. Sie zitierte Mahatma Gandhi mit den Worten: „Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“ - Ausstellungen wie diese seien dazu da, eben doch Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen.

Die Erkenntnis, dass der Holocaust möglich wurde, weil Menschen in Deutschland und ganz Europa aus verschiedenen Gründen motiviert waren, dem Völkermord zuzustimmen oder daran mitzuwirken, ist hierfür entscheidend. Der Holocaust zeigt, dass das Undenkbare immer möglich ist. „Welche Assoziationen werden bei dem Wort Nachbarn geweckt? Jemand, den man vielleicht bitten kann die Blumen zu gießen, wenn man in den Urlaub fährt, dessen Kind man zur Konfirmation eine Karte mit Geld schickt, über den man sich ärgert, wenn er sein Auto „mal wieder“ blöd geparkt hat, mit dem man ein Gespräch am Gartenzaun führt oder im Sommer zum Grillen rübergeht. Genau diese Menschen haben die Schikanen in der Öffentlichkeit zugelassen, ausgeführt und zugeschaut“, so Nina Pape für die GCJZ Minden. Die Ausstellung werfe die Frage nach der eigenen Verantwortung auf: „Wie hätte ich mich damals verhalten?“ Der Holocaust zeigt, dass Individuen mehr Macht haben, als sie vielleicht wissen - zum Guten oder zum Schlechten. Die Ausstellung soll dazu inspirieren, über eigene Einflussmöglichkeiten für eine bessere Zukunft nachzudenken.

Zu besuchen ist die Ausstellung bis 20. Mai während der Öffnungszeiten von St. Simeonis Dienstag bis Samstag 11-17 Uhr (außer an Feiertagen), weitere Zeiten nach Absprache.

Führungen für Schulklassen und andere Gruppen bietet ein kleines Team ehrenamtlicher Guides an, die von der Villa Ten Hompel in Münster ausgebildet worden sind. Terminvereinbarungen sind möglich per Mail an andreasbruegmann@gmx.de oder Telefon 0571 9341968.

Die Villa Ten Hompel ist mit dem Verleihen der Ausstellung in Deutschland betraut. Träger der Ausstellung ist die Fachstelle NRWeltoffen im Schulamt des Kreises Minden-Lübbecke, in Kooperation mit St. Simeonis und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Sie wurde gefördert durch das William Levine Family Institute des United States Holocaust Memorial Museums mit Unterstützung von der David Berg Foundation, der Oliver Stanton Foundation, der William & Sheila Konar Foundation, der Blanche and Irving Laurie Foundation, der Benjamin and Seema Pulier Charitable Foundation, Sy and Laurie Sternberg, und dem Lester Robbins and Sheila Johnson Robbins Traveling and Special Exhibitions Fund established in 1990.

Das United States Holocaust Memorial Museum in Washington D.C. ist ein lebendiger Ort der Erinnerung an den Holocaust und inspiriert sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Führungskräfte weltweit, sich dem Hass entgegenzustellen, Völkermord zu verhindern und sich für die Menschenwürde einzusetzen. Seine weitreichenden Bildungsprogramme und seine weltweite Wirkung werden durch großzügige Spenden ermöglicht. Weitere Informationen finden Sie unter www.ushmm.org/einige-waren-nachbarn.

nach oben zurück