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Datum: 20.07.2009

Aus Partnerschaft ist Freundschaft geworden - 20 Jahre Städtepartnerschaft mit Tiszakécske

Vor 20 Jahren - am 2. Mai 1989 - begannen ungarische Soldaten nahe der Ortschaft Köszeg an der Grenze zu Österreich mit dem Abbau der elektronischen Sicherungsanlagen und des Stacheldrahts. Am 27. Juni 1989 durchtrennte der ungarische Außenminister Gyula Horn zusammen mit seinem österreichischen Amtskollegen in einer symbolischen Aktion den Stacheldraht an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn. DDR-Bürger, die in Ungarn Urlaub machten, nutzten die Gelegenheit, über Österreich nach Westdeutschland zu gelangen. Ungarn hatte entscheidenden Anteil an der politischen Wende von 1989 in den ehemaligen Ostblockstaaten und damit auch an der friedlichen Revolution in der DDR, die den Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ebnete.

In diese bewegte Zeit der Geschichte fällt auch der offizielle Beginn der Städtepartnerschaft zwischen Tiszakécske und Lübbecke: Am 11. Juni 1989 haben die Vertreter beider Städte in feierlicher Form ihren Willen zu Partnerschaft und Freundschaft besiegelt. Vorausgegangen waren freundschaftliche Kontakte zwischen dem FC Lübbecke und dem Tiszakécskei FC, die im Wunsch einer offiziellen Städtepartnerschaft mündeten.

Um das 20-jährige Jubiläum zu feiern, war jetzt eine 50-köpfige Delegation aus Lübbecke mit Bürgermeisterin Susanne Lindemann zu Gast in Tiszakécske, mit dabei war auch das Lübbecker Schützen-Musik-Corps. Nach 18-stündiger Busfahrt war endlich das Ziel erreicht: Das vor einigen Jahren mit Spendenmitteln errichtete "Lübbecker Haus" am Ufer der Theiß. Spätabends um 22.00 Uhr wurde dort die Lübbecker Gruppe vom Bürgermeister Ernö Kovács herzlich begrüßt. In den 16 Gästezimmern des Hauses war eine Hälfte der Gruppe untergebracht, die andere Hälfte in einigen städtischen Ferienhäusern am Thermalbad. Nach der Quartierverteilung wurde dann noch trotz später Stunde zu einem ausgedehnten Abendessen eingeladen, bevor die Lübbecker erschöpft in die Betten fielen.

Am nächsten Morgen begrüßte der Bürgermeister die Lübbecke Gäste noch einmal im neuen Trausaal der Stadt Tiszakécske, danach zeigte er den Gästen auf einer Rundfahrt die Sehenswürdigkeiten seiner Stadt. Direkt nach dem Mittagessen ging es mit dem Bus zum nationalen Gedenkpark in Opusztaszer. Ein Höhepunkt des Freilichtmuseums ist das Panoramabild von Árpád Feszty. Das sehenswerte 15 Meter hohe und 120 Meter lange Rundbild zeigt wirklichkeitsnah den Einzug der Magyaren in das Karpatenbecken. Nach einem kleinen Konzert des Lübbecker Musik-Corps, das trotz heranrückendem Gewitter noch trocken beendet werden konnte, erkundeten die Gäste das weitläufige Gelände mit kleinen Elektroautos.

Am Samstag stand ein Besuch des Thermalbades auf dem Programm. Bei den heißen Temperaturen in Tiszakécske eine sehr gute Idee. Und hier waren die Lübbecker nicht die einzigen Deutschen, denn speziell im Sommer machen viele Touristen aus Deutschland und Österreich Urlaub in Tiszakécske. Aber die Lübbecker waren die einzigen, die auch Musik mitgebracht hatten! Das Musik-Corps spielte auch hier auf und begeisterte die zahlreichen Besucher mit beschwingten Melodien von Abba, Udo Jürgens und anderen.

Die offzielle Feierstunde zum Partnerschaftsjubiläum fand in der katholischen Kirche von Tiszakécske statt. Bürgermeister Ernö Kovács und Bürgermeisterin Susanne Lindemann erinnerten an die vergangenen 20 Jahre und würdigten die Menschen, die sich in dieser Zeit für die Städtepartnerschaft engagiert haben. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Lübbecker Musik-Corps. Doch anstelle von Abba standen diesmal klassische Musik und die beiden Nationalhymnen auf dem Spielplan. Dass das Musik-Corps die ungarische Nationalhymne eigens einstudiert hatte, wurde von den ungarischen Gastgebern besonders dankbar anerkannt. Und auch einige Lübbecker waren vom vielseitigen Repertoire des Lübbecker Musik-Corps überrascht.

Mit einem weniger formellen Empfang im schattigen Pfarrgarten und anregenden Gesprächen klang die Feierstunde aus. Spätestens hier wurde wieder einmal deutlich, dass aus der offiziellen Städtepartnerschaft inzwischen viele persönliche Freundschaften erwachsen sind.

Am Montagmorgen hieß es dann erst einmal Abschied nehmen. Aber im August beim Bierbrunnenfest gibt es ein Wiedersehen: Dann ist eine Delegation des Fußballvereins und der Stadt Tiszakécske zu Gast in Lübbecke, um auch hier das Jubiläum noch einmal zu feiern.

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