Aus.Land.Hoffnung’ am 9. September um 19 Uhr in den ehemaligen Löffler-Hallen, Szenisch-musikalische Collage erzählt vom Aus- und Einwandern
Kreis Minden-Lübbecke, 10.08.2007
‚Aus.Land.Hoffnung’ am 9. September um 19 Uhr in den ehemaligen Löffler-Hallen
Szenisch-musikalische Collage erzählt vom Aus- und Einwandern
Schon Friedrich der Große hatte 1783 seine Beamten nachdrücklich angewiesen, dass ’...das verbotene Auswandern von Landes-Kindern durchaus nicht weiter gestattet, sondern schlechterdings verhütet werden müsse’. Trotzdem machten sich manche auch zu dieser Zeit schon auf den Weg in die Fremde. Zu einer regelrechten Massenbewegung wurde die Auswanderung dann vor allem ab den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. Fast in jeder Familie in der Region Minden-Lübbecke gab es den einen oder anderen, der sich auf den Weg nach Amerika machte, um dort sein Glück zu finden. Nicht alle hatten dafür den notwendigen ‚Konsens’, die behördliche Erlaubnis beantragt, sie machten sich heimlich auf die Reise. Wie es den Auswanderern ergangen ist, wie sie die Gefahren der Reise, die Schwierigkeiten des Neuanfangs bewältigt und ob sie ihr Glück wirklich gefunden haben, das ist in zahlreichen Briefen dokumentiert, die in den letzten Jahren von Forschern besonders auch aus unserer Region herausgegeben wurden. Manche Briefe haben in der alten Heimat gewissermaßen ‚Kettenwanderungen’ ausgelöst – der Mythos vom ‚reichen Onkel aus Amerika’ mag hier seinen Ursprung haben. Viele literarische Texte – darunter der um 1900 herausgegebene, auf Briefen eines Mecklenburger Auswanderers beruhende ‚Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer’ handeln vom Schicksal dieser Menschen, vielschichtig und bewegend ist auch die Literatur der Emigration des 20. Jahrhunderts. Ausgehend vom historischen Hintergrund des 19. Jahrhunderts, aber immer auch mit Blick auf die unmittelbare Vergangenheit und Gegenwart hat Gertraud Strohm-Katzer aus verschiedenen Textelementen und musikalischen Impressionen ein Stück entwickelt, eine szenisch-musikalische Collage, die nun durch Mitglieder der Tucholsky Bühne unter der Regie von Rudi Menzel zur Aufführung kommt. Den musikalischen Part übernehmen das Duo Margaritkes mit Helga Freude (Gitarre, Gesang) und Charlotte Klauss (Klarinette), mit dabei ist auch ein Projektchor des Ratsgymnasiums unter der Leitung von Michaela Scheel. Die historische Fabrikhalle des alten Löffler-Fruchtsaftbetriebes direkt an der Weser bietet für die Veranstaltung, die innerhalb der ‚Literarischen Begegnungen’ stattfindet, einen einzigartigen Rahmen.
Karten: in Minden bei der Kreisverwaltung Minden-Lübbecke/Bürger Service, Tel. 0571/807-20 00, bei express Ticketservice, Tel. 0571/88277, in Lübbecke bei der Bücherstube Oelschläger, Tel. 05741/8584, in Espelkamp bei der Bücherei Lienstädter &Schürmann, Tel. 05772/64 60, in Hille bei Papyrus, Tel. 05734/2647. Information: www.kulturreihen-muehlenkreis.de