Artikelserie 40 Jahre Kreis Minden-Lübbecke
Teil 2: Zusammenrücken im neuen Kreishaus
Schwieriger Start an der Portastraße und den alten Standorten
Von Vinzenz Lübben
Von Vinzenz Lübben
Am 1. Januar 1973 wurden die bis zu diesem Zeitpunkt selbständigen Kreise Minden und Lübbecke im Rahmen der kommunalen Neuordnung im Land Nordrhein-Westfalen zum heutigen Kreis Minden-Lübbecke zusammengeschlossen. Die Grundlage hierfür bildete das „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Bielefeld“ (Bielefeld-Gesetz) vom 24. Oktober 1972.
Im Kreis Minden bestand die kommunale Doppelspitze bis dahin aus Landrat Hans Rohe (SPD) und Oberkreisdirektor Horst Rosenbusch (SPD), im Kreis Lübbecke aus Landrat Hermann Struckmeier (CDU) und dem parteilosen Oberkreisdirektor Dr. Rolf Momburg.
Der neue Kreis Minden-Lübbecke verfügte anfangs weder über einen gewählten Kreistag, noch einen gewählten Landrat oder Oberkreisdirektor. Ihre Aufgaben wurden daher kommissarisch von Hermann Struckmeier als „Beauftragtem für die Wahrnehmung der Aufgaben des Kreistages, des Kreisausschusses und des Landrats“ und Horst Rosenbusch als „Beauftragtem für die Wahrnehmung der Aufgaben des Oberkreisdirektors“ wahrgenommen. Erst nach der Kommunalwahl vom 25. März 1973 hatte dieses Provisorium ein Ende: In der ersten Kreistagssitzung am 12. April 1973 wurde Hermann Struckmeier mit den Stimmen von CDU und FDP zum Landrat gewählt, in der zweiten Kreistagssitzung am 10. Mai 1973 Oberkreisdirektor Horst Rosenbusch in den Dienst des Kreises übernommen.
Nun galt es, aus zwei Kreisverwaltungen möglichst schnell eine neue zu schaffen. Dass dieser Prozess nicht ohne Probleme verlief, versteht sich von selbst.
Das Kreishaus an der Portastraße, mit dessen Bau im Herbst 1970 begonnen worden war, stand erst im Rohbau. Die neue Kreisverwaltung verteilte sich auf elf Gebäude in Minden und drei in Lübbecke. Die einzelnen Dienststellen wurden jeweils komplett an einem der beiden Orte untergebracht, so dass anfangs etliche Kreisbedienstete zwischen Minden und Lübbecke pendeln mussten. Zudem hatten sich die meisten Mitarbeiter, an neue Kollegen, fremde Vorgesetzte und oftmals auch andere Denk- und Arbeitsweisen zu gewöhnen. Die vielfach unvermeidliche Herabstufung in der Verwaltungshierarchie kam für einige noch hinzu.
Die Neuordnung der Kreisverwaltung konnte ohne Entlassungen umgesetzt werden. Dies führte jedoch zu einem Anwachsen der Beschäftigtenzahlen und einer Vermehrung der Dienststellen. Kurz nach der Neugliederung gab es sieben Dezernate und drei dezernatsfreie Ämter mit Dezernatszuschnitt, die sich wiederum in 29 Ämter gliederten. Hier arbeiteten zum Zeitpunkt der Fusion 1.077 Mitarbeiter, im Jahr 1979 in der Spitze sogar 1.111. Seitdem wurde die Kreisverwaltung stetig verkleinert.
Kaum ein Jahr nach der Bildung des neuen Kreises Minden-Lübbecke starb am 3. Februar 1974 der Oberkreisdirektor Horst Rosenbusch. Zu seinem Nachfolger wurde am 1. April 1974 Dr. Rolf Momburg gewählt. Sein allgemeiner Vertreter wurde der frühere Lübbecker Kreisdirektor Dr. Günter Linkermann. Beide kannten sich bereits aus ihrer gemeinsamen Tätigkeit beim früheren Kreis Lübbecke und setzten ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit für fast zwanzig Jahre bis Ende 1993 fort. Die gesamte Führung des Kreises Minden-Lübbecke lag damit in Altlübbecker Händen.
Erst nach der Zusammenführung der Verwaltung an der Portastraße ab Juni 1975 wurde dann vieles leichter. Seit der Fertigstellung des nachträglich geplanten Erweiterungsbaus des Kreishauses und des benachbarten Gesundheitsamts im Herbst 1977 sowie der Inbetriebnahme des Straßenverkehrsamtes Ende 1980 verfügt der Kreis Minden-Lübbecke über ein modernes Verwaltungszentrum, in dem fast alle Dienststellen der Kreisverwaltung mit heute 988 Mitarbeitern untergebracht sind.
Im Kreis Minden bestand die kommunale Doppelspitze bis dahin aus Landrat Hans Rohe (SPD) und Oberkreisdirektor Horst Rosenbusch (SPD), im Kreis Lübbecke aus Landrat Hermann Struckmeier (CDU) und dem parteilosen Oberkreisdirektor Dr. Rolf Momburg.
Der neue Kreis Minden-Lübbecke verfügte anfangs weder über einen gewählten Kreistag, noch einen gewählten Landrat oder Oberkreisdirektor. Ihre Aufgaben wurden daher kommissarisch von Hermann Struckmeier als „Beauftragtem für die Wahrnehmung der Aufgaben des Kreistages, des Kreisausschusses und des Landrats“ und Horst Rosenbusch als „Beauftragtem für die Wahrnehmung der Aufgaben des Oberkreisdirektors“ wahrgenommen. Erst nach der Kommunalwahl vom 25. März 1973 hatte dieses Provisorium ein Ende: In der ersten Kreistagssitzung am 12. April 1973 wurde Hermann Struckmeier mit den Stimmen von CDU und FDP zum Landrat gewählt, in der zweiten Kreistagssitzung am 10. Mai 1973 Oberkreisdirektor Horst Rosenbusch in den Dienst des Kreises übernommen.
Nun galt es, aus zwei Kreisverwaltungen möglichst schnell eine neue zu schaffen. Dass dieser Prozess nicht ohne Probleme verlief, versteht sich von selbst.
Das Kreishaus an der Portastraße, mit dessen Bau im Herbst 1970 begonnen worden war, stand erst im Rohbau. Die neue Kreisverwaltung verteilte sich auf elf Gebäude in Minden und drei in Lübbecke. Die einzelnen Dienststellen wurden jeweils komplett an einem der beiden Orte untergebracht, so dass anfangs etliche Kreisbedienstete zwischen Minden und Lübbecke pendeln mussten. Zudem hatten sich die meisten Mitarbeiter, an neue Kollegen, fremde Vorgesetzte und oftmals auch andere Denk- und Arbeitsweisen zu gewöhnen. Die vielfach unvermeidliche Herabstufung in der Verwaltungshierarchie kam für einige noch hinzu.
Die Neuordnung der Kreisverwaltung konnte ohne Entlassungen umgesetzt werden. Dies führte jedoch zu einem Anwachsen der Beschäftigtenzahlen und einer Vermehrung der Dienststellen. Kurz nach der Neugliederung gab es sieben Dezernate und drei dezernatsfreie Ämter mit Dezernatszuschnitt, die sich wiederum in 29 Ämter gliederten. Hier arbeiteten zum Zeitpunkt der Fusion 1.077 Mitarbeiter, im Jahr 1979 in der Spitze sogar 1.111. Seitdem wurde die Kreisverwaltung stetig verkleinert.
Kaum ein Jahr nach der Bildung des neuen Kreises Minden-Lübbecke starb am 3. Februar 1974 der Oberkreisdirektor Horst Rosenbusch. Zu seinem Nachfolger wurde am 1. April 1974 Dr. Rolf Momburg gewählt. Sein allgemeiner Vertreter wurde der frühere Lübbecker Kreisdirektor Dr. Günter Linkermann. Beide kannten sich bereits aus ihrer gemeinsamen Tätigkeit beim früheren Kreis Lübbecke und setzten ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit für fast zwanzig Jahre bis Ende 1993 fort. Die gesamte Führung des Kreises Minden-Lübbecke lag damit in Altlübbecker Händen.
Erst nach der Zusammenführung der Verwaltung an der Portastraße ab Juni 1975 wurde dann vieles leichter. Seit der Fertigstellung des nachträglich geplanten Erweiterungsbaus des Kreishauses und des benachbarten Gesundheitsamts im Herbst 1977 sowie der Inbetriebnahme des Straßenverkehrsamtes Ende 1980 verfügt der Kreis Minden-Lübbecke über ein modernes Verwaltungszentrum, in dem fast alle Dienststellen der Kreisverwaltung mit heute 988 Mitarbeitern untergebracht sind.