Artikelserie 40 Jahre Kreis Minden-Lübbecke
Teil 6. Partnerschaft zwischen Kreis und Kommunen
Interkommunale Zusammenarbeit wird im Mühlenkreis gepflegt
Von Monika M. Schulte
Angesichts die Welt umspannender Wirtschaftskrisen und des weltweiten Zusammenbrechens von Finanzmärkten wird auch von der Politik und in der Verwaltung immer lauter Ausgabendisziplin angemahnt. Das Zauberwort „Interkommunale Zusammenarbeit“ macht die Runde: Sie soll auf der Ebene der Gemeinden, Städte und Kreise dem finanziellen Druck begegnen und durch Zusammenlegung von Aufgaben effizienteres, weil weniger personalintensives und kostensparendes Wirtschaften ermöglichen. Wege dorthin sind Kooperationen, die in Minden-Lübbecke nicht erst in den letzten Jahren auf die politische Tagesordnung gesetzt wurden.
Denn im Kreis Minden-Lübbecke gab es früh die Notwendigkeit zur Kooperation, sie war ihm quasi durch die Gebietsreform in die Wiege gelegt. Ab sofort sollte es nur noch ein Kreishaus in Minden geben. Das alte Kreishaus in Minden aber war längst für die Verwaltung des Kreises Minden zu klein geworden, und der Neubau an der Portastraße musste umgehend erweitert werden, um ab dem 1. Januar 1973 auch die Verwaltung des Kreises Lübbecke von hier aus leisten zu können. Das Kreishaus in Lübbecke wurde verkauft und ist heute Rathaus. Zugespitzt formuliert, stellten sich also fast zeitgleich die Fragen „Was soll aus dem Mindener Kreishaus werden?“ und „Wohin mit den archivwürdigen Akten des Kreises Lübbecke?“ Seitens der Stadt Minden gab es gleichzeitig die Frage „Wie kann neuer Magazinraum für das aus allen Nähten platzende Stadtarchiv an der Königstraße gewonnen werden?“ Auf diese drei Fragen gab es schließlich eine einzige Antwort: Stadt Minden und Kreis Minden-Lübbecke schlossen 1979 eine „Öffentlich-rechtliche Vereinbarung“ über die Errichtung eines gemeinsamen Archivs, des Kommunalarchivs Minden, im alten Kreishaus an der Tonhallenstraße in Minden. Dieses Gebäude wäre sonst dem Komplett- oder Teilabriss zum Opfer gefallen. Heute zeigt es sich nur durch Fußgänger- und Radfahrertunnel verändert. Seither arbeiten hier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadt und Kreis miteinander: Sie bewahren die archivwürdigen Akten der beiden Verwaltungen auf, dienen so der Rechtssicherheit für Verwaltung und Bürgerschaft, halten für Interessierte historische Informationen bereit.
Nicht nur auf dem ureigenen Gebiet der Verwaltung gibt es Kooperationen: Das Erholungsgebiet „Großer Weserbogen“, das an Wochenenden und in den Ferien ein Besuchermagnet ist, wurde 1976 vom Kreistag des Kreises Minden-Lübbecke und vom Rat der Stadt Porta Westfalica aus der Taufe gehoben. Am 10. Mai wurde der Gesellschaftsvertrag unterzeichnet. Bis heute präsentiert sich das Gelände mit 90 Hektar Seefläche, die durch Kiesabbau entstanden ist. Aktivitäten wie Surfen, Segeln, Paddeln, Kanufahren, Angeln, Tretbootfahren zählen zu den Highlights. Während der Camping- und Freizeitbereich heute durch einen privaten Pächter bewirtschaftet wird, arbeiten die Stadt Porta Westfalica und der Kreis Minden-Lübbecke bei der Unterhaltung des naturnahen Freizeitgeländes und der Gewässer nach wie vor in interkommunaler Kooperation.
Und auch wirtschaftlich wurden Kooperationen gesucht, beispielsweise mit den Kommunen entlang des Mittellandkanals. Die seit 1914 nur als Durchgangsstrecke genutzte Verbindung zwischen Rhein, Weser und Elbe wurde zu einem wichtigen Faktor in der Wirtschaftsentwicklung des ländlichen Raumes. Die Anrainerkommunen Preußisch Oldendorf, Lübbecke, Espelkamp und Hille schufen Hafenanlagen, als der Kanal in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf Kosten des Landes Nordrhein-Westfalen verbreitert wurde. Die Baukosten für die Kommunen hielten sich dadurch in Grenzen. Auch wurden eigens Bahnlinien zu den Häfen gelegt, so dass der Güter- und Warenverkehr vom Wasser auf die Schiene und umgekehrt fließen konnte. Diese sich einmalig bietende Chance zur Wirtschaftsförderung des ländlichen Raumes wurde umsichtig genutzt. Als Hafenband am Mittellandkanal mit einem einheitlichen Management und einer gemeinsamen Vermarktung der Hafenstandorte hat sich diese bewährte Kooperation institutionell verfestigt.
Von Monika M. Schulte
Angesichts die Welt umspannender Wirtschaftskrisen und des weltweiten Zusammenbrechens von Finanzmärkten wird auch von der Politik und in der Verwaltung immer lauter Ausgabendisziplin angemahnt. Das Zauberwort „Interkommunale Zusammenarbeit“ macht die Runde: Sie soll auf der Ebene der Gemeinden, Städte und Kreise dem finanziellen Druck begegnen und durch Zusammenlegung von Aufgaben effizienteres, weil weniger personalintensives und kostensparendes Wirtschaften ermöglichen. Wege dorthin sind Kooperationen, die in Minden-Lübbecke nicht erst in den letzten Jahren auf die politische Tagesordnung gesetzt wurden.
Denn im Kreis Minden-Lübbecke gab es früh die Notwendigkeit zur Kooperation, sie war ihm quasi durch die Gebietsreform in die Wiege gelegt. Ab sofort sollte es nur noch ein Kreishaus in Minden geben. Das alte Kreishaus in Minden aber war längst für die Verwaltung des Kreises Minden zu klein geworden, und der Neubau an der Portastraße musste umgehend erweitert werden, um ab dem 1. Januar 1973 auch die Verwaltung des Kreises Lübbecke von hier aus leisten zu können. Das Kreishaus in Lübbecke wurde verkauft und ist heute Rathaus. Zugespitzt formuliert, stellten sich also fast zeitgleich die Fragen „Was soll aus dem Mindener Kreishaus werden?“ und „Wohin mit den archivwürdigen Akten des Kreises Lübbecke?“ Seitens der Stadt Minden gab es gleichzeitig die Frage „Wie kann neuer Magazinraum für das aus allen Nähten platzende Stadtarchiv an der Königstraße gewonnen werden?“ Auf diese drei Fragen gab es schließlich eine einzige Antwort: Stadt Minden und Kreis Minden-Lübbecke schlossen 1979 eine „Öffentlich-rechtliche Vereinbarung“ über die Errichtung eines gemeinsamen Archivs, des Kommunalarchivs Minden, im alten Kreishaus an der Tonhallenstraße in Minden. Dieses Gebäude wäre sonst dem Komplett- oder Teilabriss zum Opfer gefallen. Heute zeigt es sich nur durch Fußgänger- und Radfahrertunnel verändert. Seither arbeiten hier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadt und Kreis miteinander: Sie bewahren die archivwürdigen Akten der beiden Verwaltungen auf, dienen so der Rechtssicherheit für Verwaltung und Bürgerschaft, halten für Interessierte historische Informationen bereit.
Nicht nur auf dem ureigenen Gebiet der Verwaltung gibt es Kooperationen: Das Erholungsgebiet „Großer Weserbogen“, das an Wochenenden und in den Ferien ein Besuchermagnet ist, wurde 1976 vom Kreistag des Kreises Minden-Lübbecke und vom Rat der Stadt Porta Westfalica aus der Taufe gehoben. Am 10. Mai wurde der Gesellschaftsvertrag unterzeichnet. Bis heute präsentiert sich das Gelände mit 90 Hektar Seefläche, die durch Kiesabbau entstanden ist. Aktivitäten wie Surfen, Segeln, Paddeln, Kanufahren, Angeln, Tretbootfahren zählen zu den Highlights. Während der Camping- und Freizeitbereich heute durch einen privaten Pächter bewirtschaftet wird, arbeiten die Stadt Porta Westfalica und der Kreis Minden-Lübbecke bei der Unterhaltung des naturnahen Freizeitgeländes und der Gewässer nach wie vor in interkommunaler Kooperation.
Und auch wirtschaftlich wurden Kooperationen gesucht, beispielsweise mit den Kommunen entlang des Mittellandkanals. Die seit 1914 nur als Durchgangsstrecke genutzte Verbindung zwischen Rhein, Weser und Elbe wurde zu einem wichtigen Faktor in der Wirtschaftsentwicklung des ländlichen Raumes. Die Anrainerkommunen Preußisch Oldendorf, Lübbecke, Espelkamp und Hille schufen Hafenanlagen, als der Kanal in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf Kosten des Landes Nordrhein-Westfalen verbreitert wurde. Die Baukosten für die Kommunen hielten sich dadurch in Grenzen. Auch wurden eigens Bahnlinien zu den Häfen gelegt, so dass der Güter- und Warenverkehr vom Wasser auf die Schiene und umgekehrt fließen konnte. Diese sich einmalig bietende Chance zur Wirtschaftsförderung des ländlichen Raumes wurde umsichtig genutzt. Als Hafenband am Mittellandkanal mit einem einheitlichen Management und einer gemeinsamen Vermarktung der Hafenstandorte hat sich diese bewährte Kooperation institutionell verfestigt.
Foto: Oliver Roth / Kreis Minden-Lübbecke