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Datum: 28.04.2016

Amerikanische Faulbrut der Bienen erloschen Veterinäramt hebt Sperrbezirk in der Stadt Lübbecke auf

In der Stadt Lübbecke war im November 2015 in einem Bienenbestand in der Ortschaft Blasheim der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut amtlich festgestellt worden. Vom Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke wurde daraufhin um den betroffenen Bienenstand ein Sperrbezirk eingerichtet, der einen Großteil von Blasheim und das östliche Lübbecke umfasste. Nachdem jetzt alle Untersuchungen der in diesem Sperrbezirk gelegenen Bienenvölker und Bienenstände sowie im Ausbruchsbestand die Entseuchungsmaßnahmen entsprechend den Vorgaben der Bienenseuchen-Verordnung abgeschlossen worden sind, können die Sperrmaßnahmen wieder aufgehoben werden. Mit seiner Allgemeinverfügung vom 26.04.2016 hebt der Kreis Minden-Lübbecke alle gegenüber den in diesem Sperrbezirk ansässigen Bienenhaltern ausgesprochenen Anordnungen und Einschränkungen auf.

Zurzeit ist das Auftreten der Amerikanischen Faulbrut in Deutschland wieder häufiger zu beobachten. Im Kreisgebiet waren zuletzt im Jahre 2013 mehrere Ausbrüche zu verzeichnen. Mit der Aufhebung des vorstehenden Sperrbezirkes ist der Mühlenkreis aktuell frei von der Bienenseuche Amerikanische Faulbrut. „Das ist jedoch kein Grund zur Entwarnung“, so Dr. Kristin Hötger vom Kreisveterinäramt. „Jederzeit kann es zu einem Neuausbruch der Seuche kommen. Daher sollten alle Imker ihre Bienenvölker weiterhin gut beobachten und bei Krankheitsanzeichen sofort reagieren“.

Die Faulbrut, die durch ein Bakterium verursacht wird, das für den Menschen ungefährlich ist, führt zum Absterben der Bienenbrut und letztlich zur Schwächung oder dem Tod eines Bienenvolkes. Der Honig ist uneingeschränkt genießbar. Anfangs ist die Amerikanische Faulbrut schwer erkennbar. Zu achten ist zunächst auf eingefallene Zelldeckel der Brutwaben, die nicht nur bei Faulbrut auftreten. Eine frische Infektion zeigt sich durch eine milchige bis kaffeebraune Faden ziehende Beschaffenheit des Brutzelleninhaltes. Später trocknet die schleimige Masse zu einem bräunlichen-schwarzen Schorf ein. Die Krankheit breitet sich innerhalb eines Bienenvolkes schnell aus. Es kann aber sein, dass sie erst nach Monaten oder Jahren zum Absterben des Bienenvolkes führt. Die Übertragung der Seuche von Volk zu Volk kann durch fremde Bienen geschehen, die in die durch Faulbrut geschwächten Völker eindringen und sporenhaltigen Honig in die eigenen Waben eintragen. Außerdem ist die Seuche auch durch den Imker durch infizierte Geräte übertragbar.

Bei Anzeichen der Amerikanischen Faulbrut ist sofort das Veterinäramt zu informieren. Besondere Vorsicht gilt bei Zukäufen von Bienenvölkern. Stammen die Bienenvölker von außerhalb des Kreisgebietes, ist immer eine amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung erforderlich. Bei Bienenvölkern aus dem Kreisgebiet wird dringend empfohlen, eine vorherige Untersuchung durch einen Bienensachverständigen oder die Vorlage eines Futterkranzuntersuchungsergebnisses einzufordern.

Zum Schutz der Bienen vor Infektionen mit Amerikanischer Faulbrut wird generell darauf hingewiesen, dass leere Honiggläser vor der Entsorgung in Glascontainern mit warmem Wasser ausgewaschen werden sollten.

Für eine schnelle und wirksame Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut oder auch anderen Tierseuchen- und -krankheiten ist es wichtig, dass dem Veterinäramt alle im Kreisgebiet ansässigen Bienenhaltungen bekannt sind. Imker, die bisher noch keine Meldung abgegeben haben, sollten dieses umgehend nachholen. Nähere Informationen dazu sind auf der Internetseite der Kreisverwaltung www.minden-luebbecke.de unter der Rubrik „Service - Tiere und Lebensmittel“ zu finden oder können unter der Telefonnummer 0571/807-24150 erfragt werden.

 

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