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Datum: 22.04.2016

Altes Pfarrhaus wird neuer Treffpunkt

Altes Pfarrhaus wird neuer Treffpunkt

Landesförderung: Regierungspräsidentin Thomann-Stahl überbrachte Fördermittelbescheid über gut 800.000 Euro. Beteiligte hoffen, dass Umbau zum Begegnungszentrum im Herbst starten kann

Der Anfang ist gemacht. Der Umbau des Alten Pfarrhauses kann in Angriff genommen werden. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl übergab gestern in Pr. Oldendorf den Fördermittelbescheid für das Vorhaben. Wie berichtet, soll das in die Jahre gekommene und unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu einem multifunktionalen Begegnungszentrum ausgebaut werden.

Die Entscheidung fiel vor rund vier Wochen: Da kam die Zusage für die finanzielle Unterstützung: Gut 822.000 Euro gibt es vom Land aus dem NRW-Städtebausonderprogramm für den Umbau des alten Hauses und für die Beschäftigung einer sozialpädagogischen Fachkraft. Für Verwaltungsmitarbeiter und Kirchengemeinde war es zuvor ein Kraftakt: Innerhalb kurzer Zeit erstellten sie ein Konzept für das Begegnungszentrum. In gut einem Jahr, so hoffen alle Beteiligten, kann der Umbau schon abgeschlossen sein. Je nachdem, wann Denkmalschutzbehörde und Kreis Minden-Lübbecke grünes Licht geben, könne im Herbst mit den Arbeiten begonnen werden, wird geschätzt.

"Sehr gut gelegen, mit vielen schönen Seiten", befand Marianne Thomann-Stahl über das Alte Pfarrhaus. Es sei gut, dass es erhalten bleiben könne. Diese schönen Seiten sollen natürlich auch bestehen bleiben, erklärte Pfarrerin Antje Kastens, - so etwa das hölzerne Treppenhaus. "Ich bin zuversichtlich, dass aus dem Haus ein richtiges Schmuckstück werden kann", sagte Bürgermeister Marko Steiner erfreut. Die klamme Kommune muss für den Umbau aber auch in die eigene Tasche greifen: 85.000 Euro entfallen auf die Stadt, die gleiche Summe noch einmal auf die Kirchengemeinde.

Von vier Schultern, die das Projekt tragen, sprach Steiner. Stadt, Kirchengemeinde, Arbeitskreis und Land. Und so sollen im Haus, von dem sich die Regierungspräsidentin bei einem Rundgang einen Überblick verschafft hatte, auch nach dem Umbau weiterhin die Hilfsangebote Unterschlupf finden, für die derzeit eine Übergangslösung gesucht wird: die Ausgabestelle der Tafel, die Kleiderkammer, das Begegnungscafé oder die Integrationslotsen und Gruppentreffen.

Laut den Plänen des Architekturbüros Horstmann/Woltmann aus Bad Holzhausen finden im Erdgeschoss wieder die Tafel und die Kleiderkammer ihren Platz, es wird ein Warteraum eingerichtet, dazu gibt es Lagerräume. Im Obergeschoss sollen ein Raum für das Begegnungscafé, ein Gemeinschaftszimmer sowie Räume für Hausaufgabenbetreuung und Sprachkurse entstehen, auch der Arbeitskreis Asyl PrO bekommt hier ein Büro.

Man würde sich sehr darüber freuen, wenn die Bevölkerung die Einrichtung des Hauses mit Möbelspenden unterstütze, sagte Antje Kastens: "Gebrauchte Dinge passen gut zu diesem alten Haus."

Marianne Thomann-Stahl zeigte sich beeindruckt vom Netzwerk der Flüchtlingshelfer. "Gerade in kleinen Städten wie hier wird viel geleistet", so die Regierungspräsidentin - und regte an, den Flüchtlingen wenn möglich Nähmaschinen zur Verfügung zu stellen. In Schloss Holte beispielsweise würden männliche Flüchtlinge fleißig Gardinen nähen, berichtete sie.

Große Freude an der Spiegelstraße Nummer 3: Bürgermeister Marko Steiner (v. r.), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Beate Heitmeyer (Arbeitskreis Asyl Pro) und Pfarrerin Antje Kastens sowie weitere Ehrenamtliche, Mitarbeiter und Flüchtlinge trafen sich am Alten Pfarrhaus zur Übergabe der Förderbescheide

 

Text & Foto: Sandra Spieker, Neue Westfälische

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