20 Jahre Städtepartnerschaft in Bad Liebenwerda gefeiert
In diesem Jahr können wir 20 Jahre deutsche Einheit feiern. Noch ein paar Monate älter ist die Städtepartnerschaft zwischen dem brandenburgischen Bad Liebenwerda und dem westfälischen Lübbecke. Aus diesem Anlass stand das diesjährige Stadtfest in Bad Liebenwerda ganz im Zeichen der Städtepartnerschaft.
Einige Amtskollegen hatten den verdutzten Liebenwerdaer Bürgermeister im Vorfeld gefragt, wieso man denn überhaupt 20 Jahre Städtepartnerschaft mit Lübbecke groß feiere. Denn viele Städtepartnerschaften, die im Zuge der Wiedervereinigung entstanden sind, sind längst eingeschlafen. Man half beim Aufbau einer funktionierenden Kommunalverwaltung, aber das war es dann auch. Die Städtepartnerschaft zwischen Bad Liebenwerda und Lübbecke ist dagegen auch noch nach 20 Jahren lebendig.
Zum Jubiläum hatte die Stadt Bad Liebenwerda nun zum Festempfang in das Kurhaus eingeladen. Bürgermeister Thomas Richter blickte in seiner Rede auf die langen Beziehungen zwischen beiden Städten zurück, denn Kontakte zwischen den beiden Kirchengemeinden gab es schon lange vor der Wende. Er würdigte in seiner Rede das Engagement der vielen beteiligten Gruppen und Vereine, die die Menschen beider Städte einander nähergebracht haben und viele persönliche Freundschaften ermöglicht haben.
Bürgermeister Eckhard Witte, der sich zum ersten Mal in Bad Liebenwerda aufhielt, sprach in seinem Grußwort auch von seinen ganz persönlichen Eindrücken. Er bedankte sich bei allen Menschen, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten für den Aufbau und den Ausbau der partnerschaftlichen Verbindung zwischen Bad Liebenwerda und Lübbecke stark gemacht haben. Auch wenn die Mauer schon vor langer Zeit gefallen sei, in einigen wenigen Köpfen gebe es immer noch Barrieren. "Anstatt ständig das Trennende zwischen Ost und West zu betonen, sollten wir uns besser auf die Gemeinsamkeiten besinnen", meinte Witte. Die Städtepartnerschaft leiste hierbei einen wichtigen Beitrag.
Nach dem Austausch der Gastgeschenke ehrten beide Bürgermeister gemeinsam die in der Städtepartnerschaft besonders engagierten Gruppen: Die ev. Kirchengemeinden, die Rassegeflügelzüchter, die Schützen, die Schwimmer, die Behindertensportler, die Sportfischer und die Feuerwehren beider Städte. Fast alle genannten Gruppen waren beim Festempfang vertreten und nahmen eine Dankurkunde sowie einen dicken Bildband des Landes Brandenburg entgegen.Nach dem offiziellen Teil folgte das politisch-satirische Kabarett "Die Kaktusblüten" aus Dresden mit einem Programm über die Wendezeit. Hier bekamen Ost und West gleichermaßen ihr Fett weg. Am Samstagvormittag fand dann noch eine Podiumsdiskussion zu 20 Jahren Deutsche Einheit statt, an der von Lübbecker Seite Karl Kühn für den Posaunenchor, Heinrich Esdar für das Bürgerschützenbataillon und der 1. stellv. Bürgermeister Uwe Kröger teilnahmen.
Der Gegenbesuch in Lübbecke findet im Oktober zum Wurstmarkt statt. Aus Bad Liebenwerda wird ein Metzgermeister mit Brandenburger Spezialitäten erwartet, außerdem werden voraussichtlich eine Big Band und eine Hip-Hop-Tanzformation das Traditionsfest bereichern. Und im November wird die Kantorei an St. Andreas nach Bad Liebenwerda fahren, um zusammen mit der dortigen Kantorei das Weihnachtsoratorium aufzuführen. Die Städtepartnerschaft macht also weiter einen quicklebendigen Eindruck.