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Datum: 06.12.2021

»Dat hesse di redlich verdeint!«

Weil sie sich seit Jahrzehnten für den Erhalt der plattdeutschen Sprache in Stemwede einsetzt, bekommt Irmgard Bohne aus Drohne den Dulli-Preis 2021. Die Gemeinde Stemwede zeichnet mit dem Förderpreis alle zwei Jahre Akteure oder Organisationen aus, die sich in der Gemeinde für den Erhalt der traditionellen Sprache einsetzen. Der mit 500 Euro dotierte Preis wird in Gedenken an den 2018 verstorbenen Stemweder Pfarrer Wilhelm Dullweber verliehen, der durch sein einzigartiges Engagement der plattdeutschen Sprache immer wieder Aufwind verschafft hatte.

Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat empfing Irmgard Bohne und ihren Mann Günter im Leverner Heimathaus und überreichte dort, im kleinen Kreis, die Urkunde sowie eine Trophäe. „Ik gratuleer di van Hatte, den Preis hesse di redlich verdeint“, so der Verwaltungschef zur Preisträgerin.

Irmgard Bohne wurde für den Preis vorgeschlagen und schließlich von der Jury ausgewählt, weil sie nicht nur im privaten Umfeld Plattdeutsch spricht, sondern auf verschiedenste Art und Weise an der traditionellen Sprache festhält und sie bewahrt. So wirkt sie bereits seit vielen Jahrzehnten u.a. im „Plattdeutschen Gesprächskreis“ in Stemwede mit. Sie hat verschiedene Geschichten im Plattdeutschen verfasst, die sowohl regional als auch überregional veröffentlicht wurden, beispielsweise auch immer wieder im Joahrbouk „Platt in usen Müählenkreis Minden-Lübbecke“, das kürzlich in der fünften Auflage erschienen ist. Auch übersetzt und liest sie immer wieder Texte u.a. in plattdeutschen Gottesdiensten. „Irmgard und Günter Bohne sind zudem nach wie vor fest in der örtlichen Struktur in Drohne und in dessen Dorf- und Vereinsleben verankert und integriert und geben die plattdeutschen Traditionen so nicht nur im familiären Umfeld weiter, sondern auch an andere Generationen in der Gemeinde“, so Bürgermeister Abruszat. Für das 500 Euro-Preisgeld würde sie eine passende Verwendung finden, versicherte Irmgard Bohne, genauso wie für die gläserne Dulli-Preis-Trophäe. „Dat kummt bi us in de Stuaben.“

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